Mangelnde IT-Sicherheit im Baugewerbe

News | Frank Kessler | 10.09.2018
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Foto: Roland Riethmüller

Auch im Baugewerbe gewinnt die IT-Sicherheit durch die Vernetzung und Digitalisierung an Stellenwert. Das betrifft insbesondere kleine und mittlere Handwerksbetriebe. Denn im Gegensatz zu großen Unternehmen ist die digitale Sicherheit dort oftmals nur eingeschränkt gegeben. Eine aktuelle Studie hat nun ergeben, dass es trotz der Digitalisierung in den Unternehmen immer noch am Bewusstsein und am Ende wahrscheinlich auch an Know-How für die nötige Sicherheit im IT-Bereich mangelt.

Im Bereich Informationstechnologie (IT) sind auch im Baugewerbe die Anforderungen in den letzten fünf Jahren deutlich gestiegen. Trotzdem sorgen die kleinen und mittleren Unternehmen zu wenig für ihre Sicherheit. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Denn sogar dort, wo das Risiko sehr hoch ist, wird das Thema Sicherheit in der IT vernachlässigt. Zwei Drittel der kleineren KMU gaben demnach zwar an, dass für sie die Sicherheit der IT eine große Bedeutung hat, doch lediglich 20 Prozent von Ihnen hat eine Analyse durchführen lassen.

Besondere Herausforderungen für Handwerksbetriebe

Das Handwerk steht in puncto Sicherheit der IT vor besonderen Herausforderungen. Es sind 91 Prozent der befragten Handwerksbetriebe, die weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigen. Damit gibt es nur sehr wenige Ressourcen für die Umsetzung der Sicherheit in der IT. Das zeigt sich ganz besonders am Personal. Nur 39 Prozent der befragten Betriebe haben Mitarbeiter, die IT-Sicherheitskenntnisse haben. Erfahrungen zeigen aber, dass bei vier von fünf Handwerksbetrieben schon einmal Sicherheitsprobleme aufgetaucht sind. Das entspricht zwar dem Durchschnitt aller Branchen, doch fast jeder dritte Handwerksbetrieb war durch die Störungen mehrere Tage beeinträchtigt.

Digitalisierung im Baugewerbe

Im Baugewerbe wird die Digitalisierung immer häufiger angewendet. Es werden vernetzte und computergesteuerte Maschinen eingesetzt, Aufträge werden elektronisch angenommen und elektronische Rechnungen erstellt. Die Kommunikation mit den Kunden oder Lieferanten findet auch über digitale Kanäle statt. Neben der professionellen Software werden auch Anwendungen genutzt, die man im privaten Bereich findet, zum Beispiel WhatsApp oder soziale Netzwerke. Viele Handwerksbetriebe unterschätzen jedoch die Gefahren für ihr Unternehmen. Die Meinung, dass "es nichts zu holen gäbe", herrscht bei vielen Betrieben vor. Dabei vergessen sie jedoch eines, denn viele Schadprogramme können nicht unterscheiden, ob es was zu holen gibt oder nicht. Außerdem werden hier sensible Daten gespeichert, die für potenzielle Angreifer durchaus von Interesse sein können. Darunter befinden sich auch Kontoverbindungen der Mitarbeiter, von den Kunden und Lieferanten. Es ist deshalb sträflich nachlässig, auf die IT-Sicherheit zu verzichten. Die Initiative Mittelstand-Digital kooperiert daher mit der BMWi-Initiative "IT-Sicherheit in der Wirtschaft", um mit Hilfe von praxisorientierten Informationsangeboten, Schulungen, Workshops und Sicherheitschecks für das Thema zu senisibilisieren und das Know-How zu stärken.

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