Materialmangel bei Holz – Baubranche fordert Exportbeschränkung

Materialmangel bei Holz - Baubranche fordert Exportbeschränkung
Foto: Roland Riethmüller

Die CO2-Emissionen beim Bau, Betrieb und der Nutzung von Gebäuden sollen eingeschränkt werden. Außerdem sollten die Gebäude so gebaut werden, dass die Treibhausgase gebunden werden. Der Rohstoff Holz spielt dabei eine wichtige Rolle. Leider herrscht aktuell auf dem deutschen Binnenmarkt ein akuter Materialmangel an Holz. Dieser Mangel wird primär durch Holzexporte verursacht, was bei den Bauherren und Bauunternehmern zu großen Problemen führt.

Um die Klimakrise zu meistern, muss der CO2-Ausstoß beim Bau, Betrieb und der Nutzung von Gebäuden dringend gemindert werden. Gebäude sollten in Zukunft so gebaut werden, dass Treibhausgase gebunden werden. Holz trägt als nachhaltiger Rohstoff entscheidend dazu bei. Der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (BDB) fordert aus diesem Grund die verstärkte Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen am Bau. Das wird jedoch durch die Holzknappheit auf dem deutschen Binnenmarkt gebremst. Der Grund dafür ist der Export von großen Mengen Holz an China, die USA und Indien. Das stellt viele Bauherren und Bauunternehmer vor große Probleme, denn im Wesentlichen verursachen genau diese Exporte die Holzknappheit. Geplante Bauvorhaben geraten deshalb in Verzug, es kommt zu Lieferengpässen und zu rasant steigenden Preisen. Eine breite Nutzung des Baustoffs Holz ist aus diesen Gründen überhaupt nicht möglich. „Der klimaschädliche Export und die extreme Verknappung des Baustoffes Holz gefährdet die Klimaziele von Deutschland im Gebäudebereich“, erklärt BDB-Präsident Christoph Schild in einem Interview.

Exporte belasten den Materialmangel und schaden der Umwelt

Es gibt einen weiteren negativen Aspekt, der gegen einen Massenexport mit einem Containerschiff spricht. Das Holz wird mit einem Gas behandelt, das 4000 Mal schädlicher ist als CO2. Das Gas soll das Schimmeln des Holzes verhindern und Schädlinge wie zum Beispiel Borkenkäfer abtöten. Deshalb wird gefordert, den Export von Bau- und Rundholz abzuwägen. Das gilt auch für „Kalamitätsholz“, also Holz mit minderer Qualität. So könnten Emissionen eingespart werden, die durch den Transport des Holzes auf der ganzen Welt entstehen. Außerdem sollte die Begasung von Exportholz ausgesetzt werden, bis dafür Grenzwerte und Normen geschaffen wurden. Dringend müssen Ersatzmöglichkeiten für den Einsatz von Sulfurylfluorid gefunden werden oder beim Holzexport ganz auf eine chemische Behandlung von Holz verzichtet werden. Ansonsten wird der Materialmangel beim Holz weiterhin ansteigen, was allein dem Holzexport zu verdanken ist.

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