Materialversorgung auf Projektbaustellen stabilisiert sich

News | Frank Kessler | 04.06.2020
Materialversorgung auf Projektbaustellen stabilisiert sich
Foto: Roland Riethmüller

Aktuelle Untersuchungen des Corona-Immobilien-Index zeigen, dass sich die Lage auf den Projektbaustellen langsam wieder einpegelt. Seit Beginn der Untersuchungen vor acht Wochen hat sich demnach die Situation stetig verbessert. Dabei ist die Materialversorgung auf den Baustellen mittlerweile fast vollständig gesichert. Ebenso gut ist die Personalsituation. Die Zeiten drastischer Einschränkungen oder gar Stillstands gehören damit der Vergangenheit an.

Seit über drei Wochen wurden keine Engpässe beim Personal oder Material mehr gemeldet. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage zum Corona-Immobilien-Index durch die Überwachungsplattform baumonitoring.com, einem Netzwerk von renommierten Unternehmen der Bauwirtschaft. “Der Patient ist gesund, das Level hat sich eingepegelt”, freut sich Stefan Stenzel, Associate Director bei Cushman & Wakefield und Initiator des Corona-Immobilien-Index über diese offensichtliche Entwarnung für laufende Projekte. “Mit Blick nach vorn wird spannend, ob zurückgehende Neuaufträge sich auf die Baubranche negativ auswirken werden oder ob es zu einer Beruhigung auf dem Markt kommt.” Auch sei zu beobachten, wie sich die zunehmenden Corona-Lockerungen und die bevorstehende Urlaubszeit auswirken.

Versorgung von Material auf Baustellen ist gesichert

Insgesamt sehen aktuell acht von zehn Baustellenunternehmen keine Einschränkungen beim Nachschub von Material für die Baustellen. Während also vergangene Woche erst 67 Prozent keine Einbußen verspürten, waren es in dieser Woche demnach schon 78 Prozent. Über leichte Einschränkungen klagen aktuell noch 22 Prozent. In der Vorwoche lag der Wert noch bei 33 Prozent. Mittlere oder stärkere Behinderungen bei der Materialversorgung auf den Baustellen oder gar ein Baustillstand aufgrund der Corona-Pandemie sind nicht mehr zu verzeichnen.

Keine personellen Einschränkungen auf den Baustellen

Im Gegensatz dazu ist die Personalsituation noch recht unbeständig, gibt jedoch keinen Anlass zur Besorgnis. So bestehen mit 56 Prozent bei mehr als der Hälfte der Befragten keine Engpässe mehr beim Personal. Vergangene Woche lag der Wert noch um 11 Prozentpunkte höher bei 67 Prozent. Rund 44 Prozent gaben leichte Personalmängel an. Zuvor waren es nur 33 Prozent. Damit bestehen solche Probleme wie personelle Einschränkungen oder gar Stillstand, wie sie noch in den ersten Wochen nach dem Corona-Lockdown verstärkt auftraten, bereits seit drei Wochen in Folge nicht mehr.

Corona-Immobilien-Index wieder im Normalbereich

Damit ist die Fieberkurve vom Corona-Immobilien-Index mit 36,8 Grad stabil und im Normalbereich. In der ersten Woche der Aufzeichnung lagen die Werte noch bei erhöhten 37,8 Grad. Die menschliche Körpertemperatur ist eine Referenz für die Lage in der Immobilien- und Bauwirtschaft. Nehmen jedoch die Probleme zu, dann steigt die Fiebertemperatur auf maximal 41,5 Grad. Das bedeutet dann einen kompletten Baustopp.

"Leichte Schwankungen wird es immer geben, auch zu ‘normalen’ Zeiten”, erklärt Moritz Koppe, Geschäftsführer emproc SYS, den Entwicklern der Multiprojekt-Controlling-Software PROBIS, und Initiator des Corona-Immobilien-Index. “Für die gegenwärtigen Projektbaustellen sieht es gut aus". Einmal wöchentlich wird die aktuelle Lage und die Auswirkungen der Corona-Pandemie gemessen. Durchgeführt wird die wöchentliche Umfrage vom Unternehmen Alyne, spezialisiert auf Cybersecurity und Risikomanagement.

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