Mauerziegel treiben das Wachstum der Ziegelindustrie

News , 24.05.2018 , Frank Kessler Bild zu: Mauerziegel treiben das Wachstum der Ziegelindustrie
Foto: Röben Tonbaustoffe

Obwohl die Rahmenbedingungen beim Steildach schwierig sind, hält der Wachstumskurs bei der Ziegelindustrie kontinuierlich an. Dabei war vor allem der erhöhte Bedarf an Mauerziegeln der Grund für das anhaltende Wachstum. Während der Produktionswert der Ziegel im Allgemeinen im Vergleich zum Vorjahr nur um 2,9 Prozent stiegen, lag der Wert bei den Mauerziegeln sogar bei 5,9 Prozent.

Obwohl beim Steildach die Rahmenbedingungen schwierig sind, ist der Wachstumskurs bei der Ziegelindustrie weiterhin deutlich erkennbar. Im deutschen Ziegelindustriebereich geht es bereits seit dem Jahr 2016 erkennbar aufwärts. Vor allem der erhöhte Bedarf an Mauerziegeln ist laut der Produktionsstatistik vom Statistischen Bundesamt für diese positive Entwicklung verantwortlich. Die Produktion der Mauerziegel stieg um 5,9 Prozent an, während die Dachziegelhersteller nur ein leichtes Plus von 0,4 Prozent verzeichnen konnten. Der Gesamtumsatz der Ziegel produzierenden Industrie lag bei 1,5 Milliarden, was bei einem Vergleich mit dem Vorjahr eine Umsatzsteigerung von 3,2 Prozent bedeutet. Zu der Ziegel produzierenden Industrie gehören Hersteller, die Dach-, Hintermauer-, Vormauerziegel und Pflasterklinker produzieren. In diesem Bereich wurden im Jahr 2017 rund 8.400 Beschäftigte verzeichnet, die mit einen Beschäftigungsanstieg um zwei Prozent von den guten Zukunftsprognosen profitieren können.

Hemmnisse für neue Investitionen müssen in Zukunft abgebaut werden

Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Ziegelindustrie (BVZI), klagt über fehlende langfristige Perspektiven im Steildachbereich. Dadurch fehle es auch den Verarbeitern, Investoren und Verbrauchern an der notwendigen Planungssicherheit. Zur Verbesserung der schwierigen Marktlage im Bereich des Dachmarkts (hauptsächlich im Steildachbereich) fordert er den konsequenten Abbauf von Investitionshemmnissen.

Mehr Anreize schaffen

Obwohl ein enormes Potenzial für Aufstockungen, Dachsanierungen und Ausbauten besteht, fehlen die zur Kompensierung notwendigen wirtschaftlichen Anreize, die den Mehraufwand ausgleichen würden. Bei den Gemeinden, Ländern und dem Bund komme es dagegen eher zu einem Regelungswildwuchs, in Bezug auf Stellplatzpflichten, Abstandsflächen oder zum Brandschutz. Dieser Regelungswildwuchs wirke auf Investoren zunehmend abschreckend, sodass eigentlich geplante Investitionen nur in den seltensten Fällen durchgeführt werden. Frederichs führte auch aus, dass die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbarte AfA (steuerliche Förderung und Abschreibungsmöglichkeiten) noch nicht so greife, wie sie sollte.

Es muss jetzt eine "Wohnraum-Offensive" gestartet werden

Er ist ebenfalls der Meinung, dass die von der Bundesregierung angekündigte "Wohnraum-Offensive" schnellstens gestartet werden müsste. Um diese umsetzen zu können, müsse die geplante Offensive mit den erforderlichen Finanzmitteln ausgestattet werden. Bis zum Jahr 2021 können nur dann 1,5 Millionen neue Wohnungen gebaut werden, wenn es die richtigen und notwendigen Anreize dazu gibt. Zu diesen Anreizen gehöre die Einführung von einem Baukindergeld in diesem Jahr, das für den Ersterwerb einer Bestands- oder Neubauimmobilie verwendet werden kann. Hinzu komme eine Senkung der Grunderwerbssteuer in den Ländern und eine vermehrte Ausschreibung von Bauland.