Mediennutzung der Bauwirtschaft - 4 Typen und ihre Vorlieben

News | Roland Riethmüller | 24.02.2021
Mediennutzung der Bauwirtschaft - 4 Typen und ihre Vorlieben
Foto: Roland Riethmüller

Neben klassischen Kanälen und Plattformen zum Informationsaustausch gibt es immer mehr digitale Kanäle für die Mediennutzung. Eine aktuelle Studie hat das Kommunikationsverhalten der Bauwirtschaft näher untersucht und in dem Zusammenhang aus vier Kategorien von Informationsquellen vier Typen von Nutzern abgeleitet. Dabei wird schnell deutlich, dass der Wandel der Informationslandschaft keine Verdrängung mit sich bringt. Denn das neue Mediennutzungsverhaltung ist eher vielschichtig.

Welche Medien verwenden Bauprofis, um ihren beruflichen Informationsbedarf zu decken? Dieser Frage sind die Marktforscher von BauInfoConsult in ihrer aktuellen Studie “Kommunikationsmonitor 2021” nachgegangen. Dabei wurden 601 Architekten, Bauunternehmer, Maler, Trockenbauer und SHK-Installateure telefonisch nach ihrem Kommunikationsverhalten und ihrer Mediennutzung befragt.

Die Informationsquellen lassen sich in vier Bereiche aufteilen

Zur näheren Analyse der Kommunikationsweisen und Medienpräferenzen haben die Düsseldorfer Marktforscher die Informationsquellen in vier Bereiche eingeteilt: Dazu zählen die persönlichen Medien für den direkten Kontakt beispielsweise über Außen- und Innendienst, Kollegen und Messekontakte. Ferner gehören die klassischen Medien in gedruckter Form wie Fachzeitschriften oder Informationsbroschüren dazu. Doch auch digitale Medien wie die Internetsuche per Google oder Internetseiten von Hersteller und sozial-interaktive Medien wie soziale Netzwerke und Plattformen, Apps und Influencer runden das Portfolio an Informationsquellen ab.

Wie sich die vier Typen der Bauwirtschaft informieren

Anhand der vier Mediengruppen leiten die Marktforscher von BauInfoConsult vier Stereotype ab. Die erste Gruppe der “Traditionalisten” arbeitet hauptsächlich mit einem engen Beziehungsgeflecht im persönlichen Kontaktnetzwerk. Darüber beziehen sie einerseits exklusiven Informationen sowie individuelle Liefer- und Preisdaten, aber auch Produktempfehlungen und Erfahrungswerte.

Die zweite Gruppe der “Print-Affinen” haben sich aus Gewohnheit den gedruckten Informationsmedien verschrieben. Trotz aller digitaler Vorteile genießen sie die Verwendung eines haptischen Informationsmediums. Das ausführliche und übersichtliche Format dient auf der anderen Seite immer noch bei einer großen Mehrheit vor allem für detaillierte technische Produktinformationen sowie Normen und Vorschriften.

In der Gruppe der “Digitalen” spielt das Internet die entscheidende Rolle. Rund die Hälfte aller am Bau Beteiligten ist mittlerweile bereits dieser Gruppe zuzuordnen. Die Digitalen schätzen vor allem die Vielfalt und Vielzahl an wertvollen Informationen im Internet.

Die vierte Gruppe der “Sozial-Interaktiven” lässt sich primär über Social Media informieren. Dabei kehrt sie zusätzlich zur aktiven Informationsbeschaffung quasi das Prinzip um und lässt sich durch spannende Informationen aus ihrer Social-Media-Timeline inspirieren. Während in den vergangenen Jahren eher eine digitale Elite dieser Kategorie zuzuordnen war, nutzen durch den Corona-Schub immer mehr Bauakteure Social Media sogar mehrfach täglich.

Die Mediennutzung der Bauwirtschaft ist vielschichtig

Trotz aller digitalen Erfolge bestätigen erste Ergebnisse das allgemeine Klischee über eine eher analog geprägte Bauwirtschaft. Doch neben den klassischen Austauschmöglichkeiten und den festgefahrenen Wegen der Informationsbeschaffung wird auch immer häufiger auf digitale Informationskanäle zurückgegriffen. Bemerkenswert ist dabei, dass die neuen Kommunikationsformen die alten nicht verdrängen sondern eher ergänzen. Denn deutlich wird vor allem auch, dass die vier Typen selten wirklich sortenrein vorkommen. Es handelt sich eher um ein Mischung aus den vier Charakteren. So ist die Mediennutzung bei vielen am Bau Beteiligten vielschichtig und die Wahl der Informationsquellen oft vom konkreten Informationsbedarf abhängig. Im Bezug auf die Produktentscheidung beispielsweise sind den Bauakteuren sowohl die individuelle Meinung aus persönlichen Gesprächen wie auch die digitale Informationsvielfalt aus dem anonymen Internet wichtig.

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