Mehr Meister im zulassungsfreien Fliesenlegerhandwerk

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Foto: Roland Riethmüller

In Zeiten des Fachkräftemangels im Handwerk ist es erfreulich, endlich mal wieder etwas Positives zu berichten. So haben in Berlin in diesem Monat aktuell überdurchschnittlich viele Nachwuchsunternehmer im Fliesenlegerhandwerk ihren Meister gemacht. Damit zeigt sich, dass es immer noch viele junge Menschen gibt, denen Qualität wichtig ist und die sich auch in einem inzwischen zulassungsfreien Gewerbe durch fachliche Qualifikation von ihrem Mitbewerb abheben wollen.

Bereits im Jahr 2004 sorgte die Handwerksnovelle der damaligen Bundesregierung dafür, dass das Fliesenlegerhandwerk zulassungsfrei wurde. Damit erhoffte man sich eine Flexibilisierung am Arbeitsmarkt. Doch in Wahrheit sind vor allem mangelnde Qualität und Dumpingpreise die Folge. Den wenigsten Nutzen hatten dabei am Ende die Verbraucher. Umso erfreulicher ist daher, dass aktuell in Berlin 13 junge Menschen an den Meisterprüfungen teilnehmen.

Für die Baugewerks-Innung Berlin, den Fachzusammenschluss von Bauhandwerksbetrieben, stellt dies ein positives und wichtiges Zeichen in die richtige Richtung dar. „Seit dem Wegfall der sogenannten Meisterpflicht im Jahr 2004 ist für eine Selbstständigkeit im Bereich Fliesen, Platten- und Mosaiklegerhandwerk kein Meisterbrief mehr notwendig. Die Folge: sprunghaft ansteigende Zahlen von Unternehmen, darunter viele Scheinselbstständige , sowie ständig sinkende Ausbildungszahlen und ein Einbruch bei der Qualität der Arbeit. Dass sich in diesem Jahr dennoch 13 junge Menschen für eine Meisterausbildung entschieden haben, freut uns sehr. Denn eine Meisterausbildung ist gelebter Verbraucherschutz! Nur ein Fliesenlegermeister ist in der Lage, höchste fachliche Leistung zu erbringen sowie den dringend benötigten Nachwuchs auszubilden. Das ist für das Fliesenlegerhandwerk unverzichtbar,“ sagt Reinhold Dellmann, Geschäftsführer der Baugewerks-Innung.

Gleichzeitig mach Dellmann nochmals deutlich, dass die Politik endlich dafür sorgen müsse, ein Umdenken zu bewirken. Nur eine Wiedereinführung der Meisterpflicht in diesem Gewerk kann langfristig dafür sorgen, dass der Endverbraucher geschützt wird und der Nachwucht qualifiziert erhalten bleiben kann.

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