Mehr Nachhaltigkeit - Gebäudebestand soll klimaneutral werden

News | Frank Kessler | 19.10.2020
Mehr Nachhaltigkeit - Gebäudebestand soll klimaneutral werden
Foto: Roland Riethmüller

Deutschland hat sich einem hohen Ziel verschrieben. Bis zum Jahr 2050 will das Land klimaneutral sein. Das entsprechende Know-how für einen Gebäudebestand mit mehr Nachhaltigkeit ist durchaus vorhanden. Rund 90 Prozent aller Gebäude in Deutschland entsprechen nicht mehr den aktuellen Energiestandards. Besonders in den Bestandsgebäuden steckt ein großes Einsparpotenzial, das allerdings eher mit einer energetischen Stadterneuerung erreicht werden kann, anstatt einzelne Gebäude zu sanieren.

Bis zum Jahr 2050 will Deutschland für Klimaneutralität sorgen. Die größten Anstrengungen entfallen auf die Bereiche Gebäude und Verkehr, denn diese sind für rund 50 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich. "Know-how und Technik zum Bau klimaneutraler beziehungsweise klimapositiver Gebäude sind vorhanden und werden weitestgehend umgesetzt”, erklärt Martin Pauli, Leiter Foresight Consulting bei Arup in Deutschland. Seiner Meinung nach ist die Umsetzbarkeit vor allem bei Neubauten durchaus möglich. “Zudem hat bei Investoren und Planern ein Umdenken stattgefunden". Weiterhin bestätigt er, dass den Menschen heute wichtig wäre, in nachhaltigen Gebäuden zu leben und zu arbeiten.

Großes Einsparpotenzial auch in Bestandsgebäuden

Pauli betont weiterhin, dass auch in Bestandsgebäuden ein großes Einsparpotenzial stecken würde. Allerdings sollten die Anstrengungen mehr in Richtung energetische Stadterneuerung gehen, anstatt einzelne Gebäude klimaneutral zu sanieren. Dieser Ansatz macht eine hochwertige Modernisierung möglich und senkt gleichzeitig die Kosten für eine Sanierung pro Gebäude. Die Chancen werden dadurch erhöht, dass die Gebäudesanierung in 30 Jahren abgeschlossen sei. Wichtig sei außerdem, dass sich der Fokus weg von der reinen Energieeffizienz bewege und mehr zu einer Emissionsbetrachtung über den gesamten Lebenszyklus verschiebe.

Green Deal soll Nachhaltigkeit im Gebäudebestand erzeugen

Weiterhin ist Pauli davon überzeugt, dass der Green Deal der Europäischen Union die klimaneutrale Städteerneuerung vorantreiben wird. Parteiübergreifend ist der politische Wille vorhanden und die Finanzmittel stehen bereit. Der Green Deal sorgt für mehr Nachhaltigkeit im Gebäudebestand und wird auch zu einem Wirtschaftsfaktor. Das ist genau der Punkt, der die klimaneutrale Stadterneuerung vorantreiben wird. Er betont weiter: "Herausragend ist unter anderem das innovative Energiekonzept. Die Versorgung erfolgt über ein neuartiges LowEx-Niedrigtemperaturnetz, in das sowohl die Abwärme der Nutzer als auch die selbst erzeugte regenerative Energie aus Blockheizkraftwerken, Solaranlagen und Geothermie eingespeist wird". In Zukunft sollen speziell bepflanzte Zonen dafür sorgen, dass das Regenwasser gespeichert wird und an heißen Tagen das Quartier kühlt. Das soll durch eine natürliche Verdunstung möglich werden.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.

Wir stellen diese Frage, um automatisierten Spam zu verhindern.

Das könnte Sie auch interessieren.