Mehr ökologisches Baumaterial - Anstieg Dämmstoffe aus NawaRo

News | Roland Riethmüller | 25.02.2021
Mehr ökologisches Baumaterial - Anstieg Dämmstoffe aus NawaRo
Foto: obs/Redaktionsgemeinschaft Bauen und Wohnen RGBuW/tdx/Thermo Natur

Schon fast jeder zehnte Dämmstoff ist biobasiert. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die den Anteil der Dämmstoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe ermittelt hat. Den eher verhaltenen Anstieg von nur zwei Prozentpunkten nach acht Jahren führen die Befragten auf zahlreiche Markthürden zurück. Gleichzeitig wird jedoch für ökologische Baustoffen ein kräftiges Absatzwachstum in den kommenden fünf Jahren vorhergesagt.

Der steigende Absatz von biobasierten Baustoffen kennzeichnet das wachsende Bedürfnis der Verbraucher nach ökologischem Bauen. Dies bestätigt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) durch eine Ende letzten Jahres durchgeführte Befragung von Unternehmen und Verbänden der Bauwirtschaft zur Absatzentwicklung von Dämmstoffen im Jahr 2019.

9 Prozent der Dämmstoffe bestehen aus Nachwachsenden Rohstoffen

Demnach stieg der Anteil nachwachsender Rohstoffe am deutschen Dämmstoffmarkt im Vergleich zur letzten Markterhebung für das Jahr 2011 um zwei Prozentpunkte auf neun Prozent. Das entspricht einem Umsatzvolumen von 3,5 Millionen m³. Neben den sogenannten NawaRo wurden zu 48 Prozent fossile und 43 Prozent mineralische Rohstoffe zu Dämmstoffen verarbeitet. Dabei hatten die Holzfaserdämmstoffe in einer Größenordnung von 58 Prozent den höchsten Anteil an den biobasierten Dämmstoffen. Weit weniger nachgefragt waren Zellulose mit 32 Prozent und andere NaWaRo-Dämmstoffe wie Hanf, Flachs und Schafwolle mit zehn Prozent. Die ökologischen Baumaterialien wurden mit 52 Prozent hauptsächlich  als Plattendämmung, aber auch mit jeweils 24 Prozent zur Einblasdämmung sowie zur Mattendämmung eingesetzt.

Strenge baurechtliche Auflagen verhindern die schnellere Marktdurchdringung

Als Grund für den immer noch recht kleinen Anteil nannten die Befragten ökonomische, gesellschaftliche und politische Hürden. Insbesondere die baurechtlichen Kriterien wie die strengen Vorgaben bei der Normung im Hinblick auf den Brandschutz und die Wärmeleitfähigkeit hemmen die stärkere Marktdurchdringung. Große Kritik wurde vor allem auch hinsichtlich des Aufwands und der Praxis der Prüfverfahren geäußert.

Beste Aussichten: Die Mehrheit der Händler und Hersteller erwarten deutliches Wachstum

Trotzdem scheinen die Marktbarrieren die Absatzerwartungen nicht zu dämpfen. So geht nicht ein einziger Hersteller oder Händler von einem Rückgang aus. Zwar wagen elf Prozent keine eindeutige Prognose, doch rechnen 89 Prozent der Befragten mit einem weiteren Anstieg der Absatzzahlen in den nächsten fünf Jahren. 28 Prozent erwarten sogar eine besonders positive Entwicklung.

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