Mehr Wohnraum für Flüchtlinge durch Holzbauweise

News , 28.09.2015 , Roland Riethmüller Bild zu: Mehr Wohnraum für Flüchtlinge durch Holzbauweise
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Der anhaltende Flüchtlingsstrom stellt Kommunen vor ernste Probleme und lässt sich auch über die Nutzung der Holzbauweise zum kurzfristigen Bau von Unterkünften für Flüchtlinge nachdenken. Daher hat der deutsche Holzbau eine Gremium zur Koordination mit Kommunen, Ministerien und Politik ins Leben gerufen. Der Koordinierungsstab Flüchtlingswohnraum in Holzbauweise lehnt die Aufweichung der Energie-Einsparverordnung ab und spricht sich für ein Regierungsprogramm zur nachhaltigen Nutzung der Gebäude aus.

Allein für 2015 erwartet die Bundesregierung einen Zustrom von mehr als 800.000 Flüchtlingen. Nicht zuletzt wegen der anstehenden Winterperiode müssen für die Menschen schnell und angemessen Wohnraum geschaffen werden. “Die große Herausforderung der betroffenen Kommunen besteht derzeit darin, kurzfristig Wohnraum für die große Zahl von Flüchtlingen zu schaffen”, erläutert der Präsident vom Deutschen Holzwirtschaftsrat (DHWR) Xaver Haas.Denn hier kann die Holzbauweise weiterhelfen, da sich der moderne Holzbau durch einen hohen Vorfertigungsgrad auszeichnet. Die werkseitig vorgefertigen Module ermöglichen eine sehr kurze Montagezeit und bieten sich daher perfekt für die kurzfristige Schaffung von Wohnraum für Flüchtlinge an. Um auf die zahlreichen Anfragen aus der Politik und den Kommunen schnell und koordiniert antworten zu können, hat daher der DHWR den Koordinierungsstab “Flüchtingswohnraum in Holzbauweise” eingerichtet.

Gleichzeitig mahnt Haas trotz erheblichem Zeitdruck zur Berücksichtigung nachhaltiger Interessen im Sinne des Wohnraumengpasses in vielen Ballungsgebieten. “Hier braucht es zügig ein geeignetes Regierungsprogramm, dass statt provisorischer Unterkünfte eine Nachnutzung der Gebäude im Blick hat.” Denn auch hier biete sich die Holzbauweise an, da sie aufgrund der hohen energetischen und ökologischen Standards wie geschaffen für die Nachverdichtung und den mehrgeschossigen Wohnungsbau in den Städten ist.

Das von Verbänden der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft geforderte Aussetzen der nächsten Stufe der Energie-Einsparverordnung ab 2016 hält Haas dagegen für kontraproduktiv. “Es gibt aus unserer Sicht auch in der aktuellen Flüchtlingskrise keinen hinreichenden Grund, die Anforderungen der EnEV aufzuweichen”, betont der DHWR-Präsident und fordert eher eine Beschleunigung des Genehmigungsverfahrens. Damit teilt der DHWR die Einschätzung des Bundesbauministeriums, dass die Anforderungen der neuen EnEV weder den kurzfristigen Bau von provisorischen Wohnungen noch den Umbau von Bestandsbauten zu Flüchtlingsunterkünften hemmt. Vielmehr würde sich die Absenkung der verschärften Anforderungen eher klimapolitisch und hinsichtlich der Entwicklung der Erneuerbaren Wärme negativ auswirken.