Mehr Wohnungen für Flüchtlinge

News | Jennifer Brandt | 09.09.2015
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Foto: Andreea Anca / IFRK

Betrachtet man in den Medien die Bilder der zumeist provisorischen Flüchtlingsunterkünfte, so ist man froh, nicht in einer solchen Notlage zu leben. Umso wichtiger ist es aber auch, dass sich für die Flüchtlinge an dieser Situation schnellstmöglich etwas ändert. Die Bauwirtschaft, insbesondere die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IGBAU), fordert daher den Bau von menschenwürdigen Wohnungen für die Flüchtlinge.

Dass die Regierung in Anbetracht der aktuellen Flüchtlingssituation handeln muss, ist jedem klar. Doch sollte hierbei mit Bedacht und nicht adhoc geplant werden. Außerdem ist es von größter Bedeutung, dass diese Aufgabe von Bund und Ländern gemeinsam bewältigt wird. So macht auch die IG BAU deutlich, dass zwar eine schnelle, dennoch aber nachhaltige Lösung für die Unterbringung der Flüchtlinge erfolgen muss. Gerade jetzt, wo die Temperaturen kälter werden, sind die derzeitigen Unterbringungen keine Lösung. Nur durch den Bau von Wohnungen wird man langfristig dafür Sorge tragen können, dass die Vielzahl an Flüchtlingen lebens- und menschenwürdige Wohnbedingungen erfahren. Letztlich ist es ja auch das, was sie sich nach ihrer Flucht wohl mit am meisten erhoffen.

Doch trotz aller Not und Dringlichkeit, sollte keinesfalls überstürzt gehandelt werden. So fordert auch der Bundesvorsitzende der IG BAU, Robert Feiger: „Die Eile darf jedoch nicht dazu führen, dass die Flüchtlinge in halbfertige Baracken ziehen müssen oder Bauten entstehen, mit denen man nach Ende der Fluchtbewegung nichts mehr anfangen kann. Vielmehr sollte der Standard sein, dass die Unterkünfte von vornherein so gebaut werden, dass sie anschließend mit geringem Umbauaufwand als Sozialwohnungen oder altersgerechte Wohnungen weiter genutzt werden können.“

Hierzu können auch private Investoren ihren Beitrag leisten. Wobei in diesem Zusammenhang auch wieder deutlich wird, dass der Bau im Niedrigpreis-Segment längst nicht die Attraktivität besitzt, die es bräuchte, um nicht nur den Flüchtlingen sondern auch generell bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Würde der Staat hierbei mehr Abschreibungssätze gelten lassen, würde sich dies wohl auch ändern. So würde man vielleicht sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Hilft man heute Flüchtlingen, so hilft man später den eigenen Bürgern.

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