Milliarden für Schieneninfrastruktur: Bahnbau vor Auftragsboom?

Foto: Oliver Lang/Deutsche Bahn AG

Die Schieneninfrastruktur steht vor milliardenschweren Investitionen und könnte dem Bahnbau langfristig neue Aufträge sichern. Doch Bauunternehmen benötigen Planungssicherheit, um Personal aufzubauen und in Maschinen zu investieren. Die mittelständische Bauwirtschaft fordert deshalb eine verlässliche Finanzierung bis weit in die 2030er-Jahre. Bereits ab dem Jahr 2027 sollen verbindliche Vereinbarungen dafür sorgen, dass aus den politischen Ausbauzielen tatsächlich planbare Bauprojekte werden. 

Die Modernisierung der Schieneninfrastruktur könnte für Bauunternehmen in den kommenden Jahren erhebliche Auftragspotenziale schaffen. Doch dafür benötigt der Bahnbau vor allem langfristige Planungssicherheit. Zum Start der Verkehrstechnikmesse InnoTrans 2026 in Berlin fordert die mittelständische Bauwirtschaft deshalb verlässliche Investitionen bis weit in die 2030er-Jahre. Nur wenn Projekte und Finanzierung frühzeitig feststehen, können Unternehmen zusätzliche Fachkräfte ausbilden, Personal einstellen und in Maschinen sowie neue Technologien investieren. Für die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB) rückt dabei primär die Umsetzung der geplanten Modernisierung des deutschen Schienennetzes in den Mittelpunkt. Denn die politischen Ausbauziele allein reichen aus Sicht der Bauwirtschaft nicht aus. Entscheidend seien verlässliche Rahmenbedingungen für die Unternehmen, die Gleise, Bahnhöfe und weitere Infrastruktur bauen und erhalten.

Bahnbau braucht verlässliche Investitionen

„Deutschland hat sich ambitionierte Ziele für den Ausbau und die Modernisierung der Schiene gesetzt“, erklärt BVMB-Hauptgeschäftsführer Michael Gilka. „Entscheidend wird nun sein, dass den politischen Ankündigungen verlässliche Investitionen, planbare Projektabläufe und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette folgen.“ Gerade für mittelständische Bauunternehmen ist die langfristige Perspektive entscheidend. Zusätzliche Kapazitäten lassen sich nicht kurzfristig bereitstellen. Neue Beschäftigte müssen gewonnen und ausgebildet werden, gleichzeitig erfordert eine höhere Bauleistung Investitionen in Maschinen und technische Ausstattung. Fehlt dagegen die Sicherheit über künftige Projekte, steigt für Unternehmen das wirtschaftliche Risiko solcher Investitionen.

Planungssicherheit für die Schieneninfrastruktur bis in die 2030er-Jahre

Die BVMB fordert deshalb, die Finanzierung von Ausbau und Erhalt des Schienennetzes langfristig abzusichern. Eine wichtige Rolle soll dabei ab dem kommenden Jahr 2027 eine verlässliche Leistungsvereinbarung für die DB InfraGO spielen. „Wir fordern, die Investitionen in die Schieneninfrastruktur kontinuierlich bis weit in die 2030er-Jahre zu verstetigen“, betont Gilka. „Jetzt kommt es darauf an, diesen Anspruch ab 2027 zuerst einmal mit dem Abschluss einer verlässlichen Leistungsvereinbarung InfraGO zu unterlegen. Nur mit langfristiger Planungssicherheit können Unternehmen die erforderlichen Kapazitäten in Personal, Ausbildung und Maschinen aufbauen und dauerhaft vorhalten.“ Damit wird die Finanzierung der Schieneninfrastruktur auch zu einer Kapazitätsfrage für die Bauwirtschaft. Je verlässlicher Aufträge und Projekte absehbar sind, desto besser können insbesondere mittelständische Bahnbauunternehmen ihre Ressourcen auf den erwarteten Bedarf ausrichten. Die Branche sieht sich dabei als wesentlichen Partner für die Modernisierung und Erweiterung des Netzes. Die Dimension der Aufgabe reicht weit über einzelne Bauprogramme hinaus. Entsprechend fordert die BVMB einen langfristigen Kurs: „Die Modernisierung des Schienennetzes ist kein Sprint, sondern eine Generationenaufgabe. Wer mehr Leistung auf die Schiene bringen will, muss den Unternehmen, die diese Infrastruktur bauen und erhalten, heute die notwendige Planungssicherheit geben.“

Kommt der große Auftragsboom im Bahnbau wirklich?

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