Millionenschaden durch illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit

News | Frank Kessler | 12.10.2020
Millionenschaden durch illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit
Foto: Roland Riethmüller

Kein Wirtschaftssektor ist so stark von der illegalen Beschäftigung und Schwarzarbeit betroffen wie die Bauwirtschaft. Scheinselbstständigkeit, Mindestlohnunterschreitung und das unerlaubte Überlassen von Arbeitnehmern stehen weiterhin hoch im Kurs und führen zu Wettbewerbsverzerrungen. Bereits seit einigen Jahren bekämpft die Finanzkontrolle die illegale Beschäftigung. Das führte jetzt zu einem großen Erfolg, denn so konnten im vergangenen Jahr Schäden in Millionenhöhe aufgedeckt werden.

Die Schäden, die durch die illegale Arbeitsaufnahme entstanden sind, gehen in die Millionen. Arbeitsplätze werden dadurch vernichtet, die Arbeitskräfte ausgebeutet und die Ausbildung von Nachwuchs dadurch erheblich behindert. Seit einigen Jahren bekämpft die Finanzkontrolle unter Mitwirkung von der Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-Bau) die illegalen Beschäftigungsverhältnisse. Diese Zusammenarbeit hat maßgeblich dazu beigetragen, dass im vergangenen Jahr Schäden von insgesamt 384 Millionen Euro ans Tageslicht kamen. SOKA-Bau arbeitet gleichzeitig eng mit der Bundesagentur für Arbeit zusammen. Damit soll die legale Beschäftigung gefördert und der faire Wettbewerb gesichert werden.

Kontrollen auf Baustellen

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) der Bundeszollverwaltung darf Personenbefragungen auf Baustellen und Prüfung der Geschäftsunterlagen vornehmen. Das Gesetz zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung (SchwarzArbG) bevollmächtigt sie dazu. Am 1. Juli 2019 ist ein neues Gesetz zur Bekämpfung der illegalen Arbeitsaufnahme in Kraft getreten. Als unterstützende Einrichtung ist SOKA-Bau bei der Zollverwaltung neu aufgenommen worden. Damit ist auch eine Zusammenarbeit in Zukunft sichergestellt. Zudem erhält die SOKA-Bau erweiterte Prüfbefugnisse.

Schwarzarbeit schädigt die Solidargemeinschaft

Illegale Beschäftigung schadet der gesamten Wirtschaft. Dem Staat entgehen so Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen. Das bedeutet gleichzeitig weniger Geld für den Bau von Schulen, Kindergärten, Straßen und weniger Bildung.

Illegale Beschäftigung rechnet sich nicht

Viele Bauherren sind der Ansicht, dass sie mit illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit Geld sparen können. Doch das Risiko wird oft unterschätzt und hinterher kostet der Bau mehr Geld als zunächst angenommen. Meist ist es so, dass der Bauherr durch unqualifizierte Kräfte Pfusch geboten bekommt. Geleistete Zahlungen können in diesen Fällen nicht zurückgefordert werden. Unterm Strich kann es hinterher teuer werden, zumal hohe Geldbußen wegen der illegalen Arbeit gezahlt werden müssen. Solide Handwerksarbeit kostet nun mal seinen Preis. Die Gefahr, erwischt zu werden, ist sehr groß, zumal das Personal bei den Ermittlungsbehörden deshalb aufgestockt wurde. Dass die Baustelle kontrolliert wird, damit ist jederzeit zu rechnen.

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