Mit neuem Masterplan Bauen 4.0 zum Innovationsführer

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Foto: Roland Riethmüller

Deutschland hat den Anschluss verpasst, zumindest im Bezug auf das digitale Bauen. Doch um schneller, effektiver und kostengünstiger zu planen und bauen benötigt man Building Information Modeling, kurz BIM. Mit einem Masterplan Bauen 4.0 will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Verwendung von BIM anhand der Verkehrsinfrastrukturprojekte vorantreiben und dabei Deutschland wieder zum Innovationsführer machen.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland im Bezug auf das digitale Bauen mit Building Information Modeling (BIM) momentan noch deutlich zurück. So wurden schon vor Jahren in Finnland und Norwegen die ersten nationalen Standards zum Bauen 4.0 gesetzt. Und auch Großbritannien ist schon erheblich weiter und versucht, international den Standard für BIM zu setzen. Mit dem neuen Masterplan Bauen 4.0 strebt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) an, den verlorenen Boden wettzumachen. “Mit BIM lassen sich Dauer, Kosten und Risiken großer Bauprojekte in erheblichem Umfang reduzieren. Unser Ziel ist es, Innovationsführer beim digitalen Bauen zu werden”, erklärt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt anlässlich des zweiten Zukunftsforum zur Digitalisierung des Bauens im BMVI zuversichtlich.

Neuer Masterplan Bauen 4.0 soll’s richten

Nach den desaströsen Bauprojekten in Berlin, Hamburg, Stuttgart und Köln fordert Dobrindt die Einhaltung eines klaren Grundsatzes, nämlich erst digital und dann real zu bauen. Mit dem Masterplan Bauen 4.0 will der Bundesminister die Verkehrsinfrastrukturprojekte zum Vorbild machen. Schon im vergangenen Jahr hatte Dobrindt einen Stufenplan zur Einführung von BIM vorgelegt, um das Verfahren bis 2020 zu einem Standard bei neuen Verkehrsinfrastrukturprojekten zu machen.

Die 5 Maßnahmen zum digitalen Bauen

Dabei umfasst der Masterplan Bauen 4.0 insgesamt fünf Punkte. Als erstes nutzt Dobrindt die Bauvorhaben im BMVI für eine Erprobung von BIM. Dafür stellt das Ministerium rund 30 Millionen Euro zur Verfügung, um auf der Straße, der Schiene und der Wasserstraße 20 neue BIM-Projekte zu beauftragen. Es folgen als zweites weitere Pilotprojekte zum Einsatz von Drohnen in der Bauwirtschaft. Diese unbemannten Luftfahrzeuge sind in der Lage, Vermessungsarbeiten deutlich präziser, schneller und kostensicherer vorzunehmen als es durch herkömmlichen Wege möglich wäre. Die Ergebnisse sollen in den BIM-Standard 2020 einfließen. Als dritte Maßnahme soll eine BIM-Cloud eingeführt werden, die eine schnelle Verfügbarkeit zu Produktdaten und Materialeigenschaften der Baustoffe und Bauprodukte gewährleistet. Durch die zentrale Bereitstellung soll das digitale Bauen noch effizienter werden. Um Erkenntnisse und Erfahrungen letztlich zu bündeln, wird schließlich als vierte Maßnahme ein nationales BIM-Kompetenzzentrum gegründet. Hier sollen alle Informationen zentral zusammenlaufen, um die deutschlandweite Umsetzung von BIM weiter zu fördern. Unterstützt wird als fünfte Maßnahme vom Masterplan Bauen 4.0 das Kompetenzzentrum durch ein Exzellenzcluster, das den Wissenstransfer zwischen Hochschulen und der Wirtschaft sicherstellt. Mit dem Construction Cluster sollen Innovationen entwickelt, erprobt und eingesetzt werden.

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