Moderne Heizungstechnik bringt bis zu 40% Energieeinsparungen

News | Stephan Gruber | 11.10.2010 Bild zu: Moderne Heizungstechnik bringt bis zu 40% Energieeinsparungen
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Für den Bauherren bringt der nach DIN EN 15378 standardisierte Heizungs-Check durch den Fachbetrieb Klarheit. Immer noch schlummern in Deutschlands Gebäuden große Energie- und CO2-Einsparpotenziale, deren Aktivierung es eigentlich keiner großen Energiekonzepte bedarf.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes werden knapp 80 Prozent des Endenergiebedarfs und mehr als 50 Prozent des Primärenergieverbrauchs durch das Heizen und die Warmwasserbereitung verursacht. Das Schornsteinfegerhandwerk hat in seiner aktuellen  Erhebung bis zum Jahr 2009 ermittelt, dass ein Fünftel der rd. 13,4 Mio. Öl- und Gasfeuerungsanlagen in Deutschland über 20 Jahre alt ist. Die Wahrscheinlichkeit ist in so einem Fall sehr hoch, dass im Vergleich zu einer neuen Heizungsanlage 30 bis 40 Prozent zu viel Energie eingesetzt wird. Aber auch viele jüngere Heizungsanlagen arbeiten nicht effizient, nur weil sie noch funktionieren. Denn insbesondere überdimensionierte Kessel, ungeregelte Heizungspumpen sowie alte Thermostatventile mutieren über die Jahre hinweg zu regelrechten Energiefressern.

Zusammen mit einer Heizungsmodernisierung sollte aber auch der so genannte Hydraulische Abgleich durchgeführt werden. Er sorgt dafür, dass alle Räumlichkeiten im Haus schnell und gleichzeitig beheizt werden. Wenn eine Heizungsanlage älter als 20 Jahre ist, hat sie im Grunde ihren Zenit überschritten. Klarheit schafft in diesen Situationen der nach DIN EN 15378 standardisierte Heizungs-Check des Fachhandwerks. Der dauert im Einfamilienhaus ca. eine Stunde. Dafür erhält der Bauherr danach konkrete Empfehlungen zu hilfreichen energiesparenden Modernisierungs- oder Optimierungsmaßnahmen.

Neben einer Heizungserneuerung durch moderne Öl- oder Gasbrennwerttechnik, einen Holzpelletofen oder eine Wärmepumpe, die durchaus 30 bis 40 Prozent Energieeinsparung bringen kann, könnte auch die Installation einer hocheffizienten Heizungspumpe oder der Tausch der Thermostatregler sinnvoll sein, um den Heizenergie- und Stromverbrauch spürbar zu reduzieren. In jedem Fall ist der Hydraulischen Abgleich an der Heizungsanlage sinnvoll. Dies ist bei Verbrauchern ein noch relativ unbekanntes Verfahren, das z. B. in Kombination mit dem Einbau einer neuen Heizungspumpe 15 bis 20 Prozent der Energiekosten einsparen kann und seit Juli auch Voraussetzung für die Fördermittel im Rahmen des Marktanreizprogramms (BAFA) ist.

Doch was genau ist der Hydraulische Abgleich und wofür ist er gut? "Wenn man z. B. im Obergeschoss eines Hauses, in einem Raum der am weitesten von der Heizungsanlage entfernt ist, die Heizung sehr hoch aufdrehen müssen, um die gleiche Wärmeleistung wie im Erdgeschoss zu erreichen, dann handelt es sich um eine permanente Überversorgung im System. Diese verbraucht unnötig viel Energie und verschlechtert gleichzeitig die Wohnqualität.", erklärt Heizungsfachmann Horst Eisenbeis. Die Ursache liegt darin, dass auch Heizungswasser immer den Weg des geringsten Widerstandes sucht. Da es im verzweigten Heizungssystem verschieden lange Fließwege mit unterschiedlichen Widerständen gibt, muss im Rahmen eines Hydraulischen Abgleichs eine an die Räume und den Wärmebedarf angepasste Verteilung der Wassermengen erfolgen. Dazu montiert der Fachhandwerker nach einer raumspezifischen Wärmebedarfsermittlung evtl. neue voreinstellbare Ventile bzw. Drosseln an den Heizkörpern und regelt diese individuell. Das warme Heizungswasser erreicht damit alle Bereiche der Heizungsanlage gleichzeitig. So wird ein gleichmäßiges, schnelles und vor allem Energie sparendes Aufheizen aller Räume sichergestellt. Darüber hinaus sollten nach einem Hydraulischen Abgleich störende Strömungsgeräusche an den Thermostatventilen nicht mehr auftreten.

Im Rahmen eines Hydraulischen Abgleichs können 15 bis 20 Prozent der Energiekosten eingespart werden, wenn nur die Thermostatventile optimal eingestellt werden und direkt auch eine hocheffiziente, geregelte Heizungspumpe eingebaut wird. Alleine die Pumpen und Motoren sind für ca. 10 Prozent des Energieverbrauchs verantwortlich. Die technische Weiterentwicklung von Heizungspumpen hat dazu geführt, dass eine Pumpe mit modernster Regeltechnik bis zu 90 Prozent der Antriebsenergie gegenüber einer herkömmlichen ungeregelten Heizungspumpe spart.

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