Modulares und elementiertes Bauen gelten als Hoffnungsträger gegen knappen Wohnraum und Fachkräftemangel. Vorproduzierte Elemente beschleunigen Bauabläufe und entlasten Betriebe, sind aber kein Allheilmittel. Das Baugewerbe warnt: Der traditionelle Wohnungsbau bleibt unverzichtbar. Um den Wohnungsbau nachhaltig anzukurbeln, braucht es vor allem politische Weichenstellungen, gezielte Förderung und ein Umdenken in Vergabeprozessen. Gleichzeitig muss sich die Branche auf neue Abläufe einstellen, um die Chancen des modularen Bauens künftig besser zu nutzen.
Steigende Baukosten, akuter Wohnraummangel und hohe Mieten setzen den Wohnungsmarkt in Baden-Württemberg und im gesamten Bundesgebiet unter Druck. Um den Bedarf an neuem Wohnraum zu decken, rückt die Bauwirtschaft zunehmend zukunftsweisende Konzepte wie das elementierte und modulare Bauen in den Fokus. Vorproduzierte Wand-, Decken- und Fassadenelemente, die auf der Baustelle nur noch montiert werden müssen, gelten als Hoffnungsträger für kürzere Bauzeiten und weniger Personalbedarf. Doch der Bauverband Baden-Württemberg (BBW) warnt vor überzogenen Erwartungen: Der traditionelle Wohnungsbau bleibe auch in den kommenden Jahren unverzichtbar. „Kurzfristig wird die elementierte Bauweise allein nicht die Problemlösung zur Belebung der Bautätigkeit sein“, erklärt der stellvertretende BBW-Hauptgeschäftsführer Holger Braun. „Der traditionelle Wohnungsbau auf der Baustelle, den nach wie vor die große Mehrheit der Baubetriebe praktiziert, wird auch in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle spielen.“ Dabei kritisiert Braun die Pläne des Bundesbauministeriums, das serielle Bauen im industriellen Maßstab massiv zu forcieren. „Nur darauf zu setzen geht an der momentanen Realität in der Bauwirtschaft vorbei. Obwohl das Bauen mit vorgefertigten Elementen auf dem Vormarsch ist und viele Vorteile bringt, ist es weiterhin notwendig, auch den herkömmlichen Wohnungsbau gezielt zu fördern.“ Wichtig sei es laut Braun, dass überhaupt gebaut werde.
Elementiertes Bauen kann Fachkräftemangel abfedern
Der Verband sieht im elementierten Bauen zwar großes Potenzial, betont jedoch, dass die Branche auf neue Abläufe vorbereitet werden müsse. Vor allem für kleinere und mittlere Betriebe eröffnen sich hier mittelfristig Chancen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. „Der Zukauf vorgefertigter Elemente bietet Bauunternehmen momentan interessante Möglichkeiten zur Rationalisierung der Bauabläufe und kann helfen, den Fachkräftemangel auszugleichen„, so Braun. Doch damit das modulare Bauen stärker etabliert werden kann, seien Änderungen bei Vergabeprozessen und Vertragsmodellen notwendig. Auch die Betriebe selbst müssten ihre Arbeitsabläufe anpassen. Der Verband unterstützt die Mitgliedsfirmen dabei mit Foren zum Erfahrungsaustausch, Beratung und gezielten Informationen.
Modulares Bauen als Baustein der Zukunft, doch kein Allheilmittel
Mit Blick auf die nächsten Jahre bleibt für die Bauwirtschaft entscheidend, dass überhaupt neue Wohnungen entstehen. Die gewählte Bauweise ist dabei erstmal zweitrangig. „Unser Verband unterstützt die Mitgliedsfirmen dabei mit Foren zum Erfahrungsaustausch, Beratung und Informationen“, betont Braun. Gemeinsam mit Politik, Auftraggebern und Unternehmen soll das elementierte Bauen als ergänzende und zukunftsfähige Bauweise stärker etabliert werden. Die Botschaft ist eindeutig: Modulares Bauen ist ein wichtiger Baustein, aber kein Ersatz für das etablierte Bauen vor Ort.


















Weiterentwicklungen : Modulares Bauen mit neuer integrierter Wärmedämmung mit hoher Energieeinsparung und Kostensenkung;u.v.m.