Nachhaltig und effizient: Bauwirtschaft am Wendepunkt

Foto: rachwal / envatoelements

Die Bauwirtschaft steht an einem Wendepunkt: Um in einer Welt steigender Kosten und knapper Ressourcen zu bestehen, ist eine grundlegende Transformation unerlässlich. Für eine erfolgreiche Zukunft müssen die Fehler beim Bauen näher beleuchtet werden, denn die Branche steht vor sehr großen Herausforderungen. Innovative Ansätze wie der serielle Holzmodulbau sind vielfach nicht nur nachhaltiger, sondern auch kosteneffizienter. Die Zukunft des Bauens liegt in der Digitalisierung und der Abkehr von veralteten Methoden.

Um den Herausforderungen des 21. Jahrhundert zu begegnen, muss sich die Bauwirtschaft umstellen. „Die Baubranche steht vor der wahrscheinlich größten Herausforderung ihrer Geschichte“, erklärt Roland Kühnel, Geschäftsführer von Timpla, einem Anbieter für mehrgeschossige Häuser im seriellen Holzmodulbau. „Fest steht, so bauen wir uns buchstäblich langsam zu Tode.“ Denn die Zeit der niedrigen Zinsen ist vorbei, von denen die Baubranche lange Zeit profitiert hat. Nicht nur die Zinsen haben sich erhöht, sondern auch die Baukosten. Viele Unternehmen seien bereits insolvent. Die Baubranche stehe vor sieben Todsünden, die beseitigt werden müssten.

Die sieben Todsünden zur Sicherung der Baubranche

Das klimaschädliche Bauen ist eine der größten Todsünden. Hervorgerufen wird dies durch mineralische Baustoffe. Trotzdem kann mit den Baustoffen auch nachhaltig gebaut werden. Hinzu kommt, dass die Zement- und Betonindustrie sehr viel Wasser, Energie und Kies benötigt, eine weitere Todsünde. Weil dies nicht im Übermaß zur Verfügung steht, werden diese Baustoffe mittlerweile bereits als kritische Ressourcen eingestuft. Beim Bauen wird außerdem als weitere Todsünde zu viel Müll produziert. Die Bauindustrie ist damit einer der größten Müllverursacher. Bauschutt wird so gut wie gar nicht recycelt, wenn dann nur im Straßenbau. Zu den Todsünden zählt auch das aufwendige Bauen und das Fehlen von Digitalisierung. Darüber hinaus hemmt auch die Bürokratie und die Regulierung das produktive Bauen. Das Ergebnis sind teure Bauprojekte von schlechter Qualität. Das Bauen wird auch durch den Fachkräftemangel erschwert. Insgesamt fehlen 300.000 Fachkräfte. Hinzu kommt, dass ein Drittel der Baubeschäftigten über 55 Jahre alt ist. Das erschwert das Bauen. Denn das Bauen ist als weitere Todsünde auch zu gefährlich. Im Jahr 2022 wurden rund 100.000 Bauarbeiter verletzt, 74 Bauarbeiter sind bei der Ausübung ihrer Tätigkeit gestorben. Es wird darüber hinaus als siebente Todsünde immer noch viel zu sehr nach veralteten Vorschriften gebaut. Außerdem fehlt der Fokus auf Qualität und Kundenerfahrung.

Lösungsvorschläge für die Todsünden

Holz ist zum Bauen die ideale Alternative, denn es wächst nach und speichert Kohlenstoffe, erklärt Kühnel. Beton hingegen sei für massive Emissionen verantwortlich. Serieller Holzbau könne digital betrieben und der Baustoff wiederverwertetet werden. Die Bauzeiten würden dadurch verringert und die Kosten wären übersichtlicher. Viele behaupten, das Bauen mit Holz wäre zu teuer. Das ist aber nicht der Fall, wenn die Holzbauer bei der Planung mit einbezogen würden. So könnte ein großer Teil der Todsünden beseitigt werden, sagt der Experte.

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Völlig unseriöser Artikel mit zahlreichen Falschaussagen zum mineralischen Bauen, rein ideologischer Beitrag der Holzlobby, die Empfehlung kann nur lauten, Ihr Medium zu meiden.

Zu kurz und vernichtend … nicht glaubwürdig, wenn ein solch vernichtendes Urteil nicht auch gleichzeitig begründet wird!
Sehr merkwürdig, dass diese Begründungen zu behaupteten Falschaussagen fehlen!?

Sehr geehrter Herr Dr. Lotz,
dass ich in meiner Funktion als GF eines Holzbauunternehmens eine Position vertrete, ist bestimmt nachvollziehbar. Dass Sie diese nicht teilen müssen, ist natürlich auch vollkommen in Ordnung.
Von Ihnen als CEO der Betonverbände BWü (das ergab jedenfalls meine Google-Suche) mit dem Vorwurf der Lobbymeinung konfrontiert zu werden – das hat dann schon Unterhaltungswert, meinen Sie nicht?

Nun, ich denke es gab Jahrzehntelang keine Lobby für den Holzbau. Ich bin seid 25 Jahren in diesem Bereich als Handwerker und Planer tätig. Wenn wir wir nicht langsam umdenken und den Baustoff Holz zumindest als Teil einer Lösung sehen, wird es nicht möglich sein die massiven Probleme im Wohnungsbau zu Lösen.

Dieser Artikel ist so schlecht und erkennbar gesteuert, dass sich jeder Kommentar eigentlich erübrigt. Ich empfehle dem Autor zum Einsiedeln in ein Baumhaus unter direkter Einbeziehung eines Psychiaters als Mitbewohner um seine depressive Furcht vor den zahlreichen „Todsünden“ zu behandeln. Im Baumhaus kann er dann zumindest so lange behandelt werden bis der Baum für den Holzbau abgeholzt wird. Lange kanns dann offensichtlich nicht dauern.

Ich kann mich dem vorherigen Kommentar nur anschliessen. Wie so oft bei Meistertipp irgendwo abgeschrieben, ohne seriöse Prüfung und Quellenangabe.Spätestens jetzt sollte jeder seriöse Handwerker darüber nachdenken, ob es sich lohnt, seine Zeit mit dem lesen dieses Blättchens zu verschwenden.

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