Nachhaltigkeit am Bau - Umweltproduktdeklarationen im Trend

News | Frank Kessler | 04.02.2022
Nachhaltigkeit am Bau - Umweltproduktdeklarationen im Trend
Foto: Roland Riethmüller

Noch nie zuvor wurde so häufig auf die Umweltproduktdeklarationen zugegriffen, wie im vergangenen Jahr. Denn damit haben sich die Zugriffe auf die EPD seit dem Jahr 2018 verdoppelt. Das ist der eindeutige Beweis dafür, dass das Thema Nachhaltigkeit in der Baubranche angekommen ist und durchaus ernst genommen wird. Die Bereitstellung spezieller Öko-Produktbilanzen ist für die Gesamtbetrachtung nachhaltiger Gebäude notwendig.

Im Jahr 2021 wurde über 350.000 Mal auf die “Environmental Product Declaration“ (EPD) oder zu Deutsch Umweltproduktdeklaraktionen des Instituts Bauen und Umwelt (IBU) zugegriffen. Damit hat sich die Nutzung innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Das zeigt, wie sehr sich die Baubranche ihrer Verantwortung in puncto Nachhaltigkeit und ökologisches Bauen bewusst ist und diesen Themen gerecht werden möchte. Mit der EPD hat die Baubranche ein wichtiges Instrument, das fundiert und sachlich Informationen über die Umweltwirkung von Bauprodukten liefert. Das ist für die Gesamtbetrachtung nachhaltiger Gebäude und deren Zertifizierung wichtig. Die Nachhaltigkeitsaspekte können bereits bei der Gewinnung von Rohstoffen verfolgt werden. Das IBU hat rund 230 Mitglieder europaweit. Bis heute wurden über 2.500 Produktdeklarationen herausgegeben. Diese decken mehrere Tausend Einzelprodukte und Produktgruppen ab.

Nachhaltigkeit ist durch die Umweltproduktdeklarationen auch am Bau angekommen

"Der enorme Nachfrageanstieg binnen weniger Jahre zeigt, dass Nachhaltigkeit im Bausektor angekommen ist und intensiv praktiziert wird", sagt IBU-Geschäftsführer Dr. Alexander Röder. Immer häufiger werden EPD auch in Ausschreibungen eingesetzt. Auf sie greifen Planer und Architekten zurück. Sie erstellen damit Ökobilanzen für Gebäude, um so deren ökologischen Fußabdruck zu quantifizieren und optimieren. Mit zunehmender Tendenz nutzen dies auch Investoren und Bauherren. Das IBU ist einer der führenden internationalen Programmbetreiber für Umweltproduktdeklarationen im Bauwesen. Es hat damit die Grundvoraussetzungen geschaffen, dass der ökologische Aspekt in die Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden mit einfließen kann. Das IBU hat dank des praktischen, wissenschaftlichen und politischen Engagements einen Industriestandard, der sich in allen Sektoren der Baubranche etabliert hat. Alle EPD des IBU haben internationale Normen und sind durch unabhängige Dritte zertifiziert. Somit ist es kein Wunder, dass sich die Zugriffe auf die EPD im Jahr 2021 verdoppelt und somit einen neuen Höchststand erreicht haben. Dieser nachhaltige Beweis ist eindrucksvoll und belegt, dass es die Baubranche mit dem Erhalt der Umwelt ernst meint.

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