Neue Chancen am Bau: Fachkräfteeinwanderungsgesetz novelliert

Neue Chancen am Bau Fachkräfteeinwanderungsgesetz novelliert
Foto: Roland Riethmüller

Die Verabschiedung vom überarbeiteten Fachkräfteeinwanderungsgesetz wird von der Bauwirtschaft durchaus begrüßt. Das Verfahren muss sich jedoch erst in der Praxis beweisen. Die formellen Hürden seien immer noch zu hoch. So nütze es nichts, wenn die Bürokratie für das neue Gesetz zu einem Hindernis werde. Trotz allem bereitet sich das Handwerk auf die ausländischen Fachkräfte vor. Wichtig sind neben den formalen Voraussetzungen auch die kulturelle Integration dieser Fachkräfte.

Das neue Gesetz zur Einwanderung von Fachkräften wird in der Bauwirtschaft durchaus positiv aufgenommen, muss sich aber dennoch erst in der Praxis bewähren. „Die vom Bundestag heute beschlossenen Neuregelungen zur Fachkräfteeinwanderung gehen in die richtige Richtung, aber sie greifen immer noch zu kurz”, findet Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB). “Der Praxischeck wird bald zeigen, dass noch nachgesteuert werden muss. Bestanden hat diesen Check schon die Westbalkan-Regelung, die von der Ampelkoalition entfristet wurde.“ So begrüßt das Baugewerbe insbesondere, dass die Westbalkan-Regelung keine Qualifikation bei Zuwanderern voraussetzt, sondern dem Unternehmen selbst überlässt, ob ihm eine langjährige Berufserfahrung ausreicht.

Neues Fachkräfteeinwanderungsgesetz jetzt unbürokratisch umsetzen

Auch Jörg Dittrich, der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), sieht im novellierten Fachkräfteeinwanderungsgesetz zahlreiche gute Ansätze, um Hürden aus dem Weg zu räumen. Das biete die Chance, den weiteren Zuzug von ausländischen Fachkräften nach Deutschland zu erleichtern, die im Handwerk so dringend benötigt werden. “So wird zu Recht erstmals für ausländische Fachkräfte mit Berufserfahrung für alle Branchen ein Zuwanderungsweg geschaffen, der nicht zwingend vorsieht, dass die Zuwanderer zuvor ein Anerkennungsverfahren durchlaufen müssen“, freut sich Dittrich. In Zukunft können 50.000 Menschen aus dem Ausland einen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt bekommen. Bisher waren es 25.000 Menschen. In der Vergangenheit hat sich das Handwerk dafür engagiert, dass anerkannte und geduldete Asylbewerber eine Ausbildung machen dürfen. Die Zahlen sprechen für sich, denn zurzeit sind 23.000 Geflüchtete im Handwerk in einer betrieblichen Ausbildung.

Fachkräfteeinwanderungsgesetz – zentrale Stelle für Einwanderungsverfahren geplant

Auch auf Landesebene wird an Lösungen gearbeitet. So plant im Landtag Baden-Württemberg beispielsweise die Justiz- und Migrationsministerin Marion Gentges in Verbindung mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz eine zentrale Stelle, damit die Einwanderungsverfahren für Fachkräfte aus dem Ausland beschleunigt werden. Das wird von Peter Haas, dem Hauptgeschäftsführer vom Baden-Württembergischen Handwerkstag, sehr begrüßt: “Auch das Handwerk bereitet sich auf mehr ausländische Arbeitskräfte in seinen Betrieben vor und macht derzeit wertvolle Erfahrungen in verschiedenen Projekten. Mehr Kapazität und mehr Tempo bei der amtlichen Bearbeitung von geordneter Arbeitskräftezuwanderung sind daher dringend nötig.“ Haas betont weiter, dass die Handwerksbetriebe dringend Arbeitskräfte benötigen, die im Ausland durchaus zur Verfügung stehen. Hier sei nicht nur die Unterstützung des Wirtschaftsministeriums wichtig, sondern auch die kulturelle und branchenspezifische Integration. Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz sei man daher auf dem richtigen Weg.

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Hi there sir or madam

I been trading to have an appointment with German consulate in Tirana Albania for over a year ( not a chance) I have work contract with all the benefits with €32k a year as handyman or a repair man. I don’t understand the hypocrisy Germany needs people to work Balkan people want to work/ the EU treats and misleading statements to poorest people in Europe is not fair . For me personally i think it is institutional racism  something they probably get around it in 50 years from now 

Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Was hindert unser Land daran eine hochwertige Ausbildung der eigenen Jugendlichen durchzuführen ? Warum klauen wir anderen Ländern nun noch  Fachkräfte welche dort doch wohl für den  notwendigen Aufbau viel wichtiger wären ?? 

Einwanderern

Hier sind doch schon 2,5 Millionen Fachleute? Erstmal die Ausbildenden?

Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Verzeihung, aber die Herren Thomas und Dietrichs sind wohl mit der Realität nicht so recht vertraut: Es sind Ausbildungsplatzangebote nicht besetzt, so mancher Jugendliche schafft den Hauptschulabschluss nicht – und die Zukunft zeigt, dass die Bevölkerungszahl gerade der jungen Jahrgänge weiterhin sinkt. Wenn wir nicht – auch – im Ausland junge Menschen anwerben, werden wir in Zukunft den Bedarf an Arbeitskräften nicht decken können. Allerdings sollten wir zusätzliche Maßnahmen schaffen, die weniger motovierte junge Menschen animiert, doch noch ins Berufsleben zu gehen.

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