Neue EnEV-Änderungen, die auch das Bauhandwerk kennen sollte

News | Roland Riethmüller | 04.01.2016
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Mit dem Jahreswechsel ist Anfang 2016 die zweite Stufe der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 in Kraft getreten. Damit werden zu Gunsten der energetischen Qualität die Anforderungen für Neubau und umfassender Sanierung erneut verschärft. Wer gegen die neuen Richtwerte verstößt, riskiert Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Grund genug, dass auch das Bauhandwerk darüber Bescheid weiß, um die Kunden entsprechend informieren zu können.

Der Kern der Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) besteht in einer Senkung des jährlichen Primärenergiebedarfs um 25 Prozent. Davon ausgenommen sind lediglich Nichtwohngebäude mit Raumhöhen über vier Meter und einer dezentralen Strahlungsheizung.

20 Prozent besserer Wärmeschutz der Gebäudehülle

Gleichzeitig wird der Wärmeschutz der Gebäudehülle um 20 Prozent im Vergleich zu bisher gültigen Richtwerten verschärft. Im Bereich der Wohngebäude muss dies durch eine Verringerung des spezifischen, auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogenen Transaktionswärmeverlustes erreicht werden, wie die Verbände der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) erläutern. Gerade für Eigenheime müssen folglich höhere Dämmstoffstärken als bisher verbaut werden.

Im Nichtwohnungsbau betrifft die Verschärfung vor allem Bereiche mit Raumtemperaturen über 19 Grad. Bei Raumtemperaturen zwischen 12 und 19 Grad Celsius gelten die alten Grenzwerte, ebenso wie bei Hallen mit über vier Meter Deckenhöhe und dezentraler Strahlungsheizung.

Heizen mit erneuerbaren Energien

Das Ziel der neuen EnEV ist der flächendeckende Einsatz von effizienten Heiztechnologien und die richtige Dämmung zur Erhöhung der energetischen Qualität von Gebäuden. Im Bereich der Eigenheime empfiehlt sich daher laut der Bausparkasse Schwäbisch Hall ein Beheizen unter Verwendung von erneuerbaren Energien mit Hilfe von elektrischen Wärmepumpen oder einer Pelletheizung. Die neue Grenzwerte gelten dabei auch für Altbauten, sofern sie vor dem 1. Januar 1985 errichtet wurden. Lediglich Niedrig- und Brennwertkessel sind ausgenommen sowie Eigentümer, die ihr Ein- oder Zweifamilienhaus seit mindestens 1. Februar 2012 selbst bewohnen.

Neuer Mindestwärmeschutz für oberste Geschossdecken

Mit der neuen Verschärfung ist auch der Mindestwärmeschutz von begehbaren Decken beheizter Räume in einem unbeheizten Dachraum neu geregelt. So darf der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) 0,24 W/(m2K) nicht überschreiten, sofern die oberste Geschossdecke nicht die Anforderungen der DIN 4108-02: 2013-02 zum Mindestwärmeschutz erfüllt.

Unveränderte KfW-Förderung bis Ende März 2016

Das Bauhandwerk ist daher gut beraten, selbst über die Neuerungen der verschärften EnEV Bescheid zu wissen, um die Kunden optimal beraten zu können. Denn bis zum 1. April 2016 bleiben auch die KfW-Fördersätze unverändert. So werden bisher dahin sogar noch die Häuser im Standard KfW-Effizienzhaus 70 gefördert, die nach der EnEV-Verschärfung kaum effizienter sind als geltende Grenzwerte. Ab April erhalten nur noch Häuser mit dem Standard KfW-Effizienzhaus 55 und besser eine Förderung, die allerdings auf 100.000 Euro pro Wohneinheit erhöht wurde.

Voraussicht ist günstiger als Nachrüstung

Mit einer effizienten Anlagentechnik für Heizung, Kühlung, Lüftung und Warmwasseraufbereitung können folglich nicht nur die verschärften Anforderungen der neuen EnEV Rechnung getragen werden. Da wohl auch in Zukunft noch weitere Verschärfungen der EnEV bevorstehen, profitieren Eigentümer, die bereits an morgen denken und auf eine höherwertige und klimaneutrale Lösung setzen. Denn dies ist im Zweifel günstiger als eine Nachrüstung.

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