Neue Fassadenfarbe aus Recyclingmaterial für nachhaltiges Bauen

Foto: Caparol

Die Kreislaufwirtschaft spielt bei Bauprodukten eine immer größere Rolle. Eine neue Siliconharz-Fassadenfarbe soll zeigen, wie sich Ressourcenschonung und technische Leistungsfähigkeit miteinander verbinden lassen. Nach Herstellerangaben stammen 40 Prozent der eingesetzten Rohstoffe aus Recyclingprozessen. Gleichzeitig soll die Beschichtung die hohen Anforderungen an Witterungsbeständigkeit, Verarbeitbarkeit und Langlebigkeit erfüllen. Die Entwicklung steht exemplarisch für den wachsenden Trend zu nachhaltigeren Lösungen in Neubau, Sanierung und Fassadengestaltung. 

Nachhaltigkeit gewinnt in der Bauwirtschaft weiter an Bedeutung. Neben klimafreundlichen Baustoffen rücken dabei auch Produkte in den Fokus, die den Verbrauch begrenzt verfügbarer Ressourcen reduzieren und Kreislaufwirtschaft fördern. Gerade bei Fassadenbeschichtungen spielen langlebige Lösungen eine wichtige Rolle, da sie Gebäude über viele Jahre vor Witterungseinflüssen schützen und gleichzeitig gestalterische Ansprüche erfüllen müssen. Die neue Fassadenfarbe von Caparol soll genau an dieser Schnittstelle ansetzen. Denn mit einer neuen Siliconharz-Fassadenfarbe aus recycelten Rohstoffen will der in Deutschland führende Hersteller für professionelle Bautenanstrichmittel den Nachhaltigkeitsgedanken stärker in die Fassadengestaltung bringen. Das Produkt „AmphiSilan ReCycle“ enthält nach Herstellerangaben insgesamt 40 Prozent recycelte Rohstoffe und soll gleichzeitig die bekannten Anforderungen an Witterungsbeständigkeit, Verarbeitbarkeit und Langlebigkeit erfüllen. Die Entwicklung zeigt, wie Hersteller zunehmend versuchen, Umwelt- und Ressourcenschutz mit den praktischen Anforderungen auf der Baustelle zu verbinden.

Neue Fassadenfarbe setzt auf recycelte Rohstoffe 

Der hessische Farben- und Dämmsystemhersteller setzt bei der Entwicklung auf eine Kombination verschiedener Recyclingrohstoffe. Ein wesentlicher Bestandteil ist Marmormehl, das als Reststoff bei der Gewinnung und Verarbeitung von Marmor anfällt. Dieses sogenannte Pre-Consumer-Recyclingmaterial macht rund 30 Prozent der Rezeptur aus. Weitere zehn Prozent entfallen auf ein Bindemittel, das auf Basis von Altreifen hergestellt wird. Auch bei der Verpackung verfolgt Caparol einen ressourcenschonenden Ansatz: Das Gebinde besteht laut Hersteller überwiegend aus Post-Consumer-Recyclingmaterial. Mit diesem Ansatz will das Unternehmen den Einsatz neuer Rohstoffe reduzieren und den Materialkreislauf stärken. Die Entwicklung passt in einen Markt, der zunehmend nach Lösungen sucht, um die Umweltbilanz von Bauprodukten zu verbessern und gleichzeitig hohe technische Anforderungen zu erfüllen. „Natürliche Ressourcen sind kostbar und die Menschheit verbraucht mehr davon, als die Erde regenerieren kann“, erklärt Helge Kramberger-Kaplan, Leiter Konzern-Nachhaltigkeit der Deutsche Amphibolin-Werke von Robert Murjahn Stiftung (DAW). „Unser Ansatz ist, Ressourcen möglichst effizient zu nutzen, und mit unseren Innovationen ein deutliches Signal für Nachhaltigkeit und Wiederverwertbarkeit zu setzen. Mit AmphiSilan ReCycle wollen wir einen aktiven Beitrag in Richtung Kreislaufwirtschaft im Bauwesen leisten.“

Robuste Fassaden trotz Recyclinganteil

Neben dem Nachhaltigkeitsaspekt hebt Caparol die technischen Eigenschaften der Fassadenfarbe hervor. Das Produkt soll widerstandsfähige Oberflächen schaffen und nach Feuchtebelastung schnell wieder abtrocknen. Dadurch soll die Gefahr von Verschmutzungen reduziert werden. Zudem verspricht der Hersteller eine hohe Flächenleistung sowie eine einfache Verarbeitung auf größeren Fassadenflächen. Ein hoher Weißgrad und gutes Deckvermögen sollen für eine gleichmäßige Fassadenoptik sorgen. Ergänzt wird die Rezeptur durch einen Filmschutz gegen Algen- und Pilzbefall, der insbesondere bei stark beanspruchten Fassaden eine wichtige Rolle spielt.

Für WDVS und Putzsysteme geeignet

Die Siliconharz-Fassadenfarbe kann laut Hersteller auf gängigen Wärmedämmverbundsystemen sowie Putzuntergründen eingesetzt werden. Weiterhin ist sie über verschiedene Tönsysteme individuell einfärbbar. Damit eignet sich das Produkt sowohl für Neubauten als auch für Sanierungsprojekte, bei denen Nachhaltigkeit und Langlebigkeit zunehmend zu entscheidenden Auswahlkriterien werden. Das Produkt ist bereits auf dem deutschen Markt verfügbar.

Sollten Bauprojekte künftig verpflichtend Recyclingmaterialien einsetzen?

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