Neue Fördermaßnahmen der KfW

News , 17.03.2016 , Jennifer Brandt Bild zu: Neue Fördermaßnahmen der KfW
Foto: Roland Riethmüller

Während die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in der Vergangenheit vor allem Fördermittel für Maßnahmen zur Energieeinsparung ausgezahlt hat, rückt aktuell der Wohnkomfort stärker in den Vordergrund. Denn es zeigt sich, dass in Zeiten geringer Energiekosten in diesem Bereich deutlich weniger investiert wird. Daher ist es für Handwerksmeister gut zu wissen, dass die KfW ihr Angebot inzwischen entsprechend ausgebaut hat.

Die Entwicklung zeigt ziemlich deutlich, dass das Einsparen von Energiekosten nicht mehr die oberste Priorität für Haus- und Wohnungseigentümer hat. Wie die Experten der Fördermitteldatenbank foerderdata aus dem Hause febis berichten, liegt das auch daran, dass die Winter immer wärmer werden und die Kosten für beispielsweise Öl als Heizmittel immer weiter sinken. Anstelle von Sanierungsmaßnahmen an der Heizungsanlage rücken dafür immer öfter andere Maßnahmen in den Vordergrund. So wollen Immobilieneigentümer ein behagliches Wohnen in ihren vier Wänden und wünschen sich daher auch immer öfter Investitionen in diesem Bereich. Aber auch ein Investieren in Sicherheit schätzen Eigentümer heutzutage sehr.

Handwerker brauchen für die Beratung Kenntnisse über Fördermaßnahmen

Wer sich also für eine Maßnahme entscheidet, freut sich selbstverständliche über eine Bezuschussung durch Fördermittel. “Fördergelder helfen dabei, Kosten bereits bei der Planung, beim Bau und bei der Finanzierung zu sparen”, erklärt febis-Geschäftsführer Martin Kutschka. Die Kenntnis über Fördermittel helfen dem Handwerker bei der Beratung und können den Entscheidungsprozess positiv beeinflussen. Denn wenn der Eigenheimbesitzer weiß, dass er einen Zuschuss bekommt, fällt die Beauftragung der Handwerksleistung leichter.

Doch viele Eigentümer würden bei bestimmten Maßnahmen wohl nicht unbedingt an die KfW denken, denn die steht allzu oft in Verbindung mit Förderungen für Sanierungsmaßnahmen zur Energiekostenreduzierung. Dem ist inzwischen nicht mehr so, denn auch die KfW hat erkannt, dass sich die Prioritäten der Eigentümer verändert haben. So versucht sie ihre Mittel nun auch anderweitig zu vergeben.

KfW fördert jetzt auch Badumbau und Sicherheitsmaßnahmen

Ein bereits etablierter Bereich der KfW ist der Zuschuss zum Badumbau, welcher auch immer wieder erfolgreich in Anspruch genommen wird. Um Haus- und Wohneigentümer nun auch weiterhin unter die Arme zu greifen, hat die KfW hier auch noch den Einbruchschutz eingeführt. Somit beinhaltet das Programm „Altersgerecht Umbauen“ inzwischen wesentlich mehr. Haueigentümer haben nun die Möglichkeit zehn Prozent Zuschüsse (200 Euro bis zu 5.000 Euro) auf den Badumbau zu erhalten. Wer also beispielsweise eine bodengleiche Dusche oder neue Sanitärobjekte einbaut, kann diese Kosten durch den KfW-Zuschuss reduzieren oder diese auch über einen zinsgünstigen Kredit finanzieren. Ganz neu ist in diesem Segment auch der Zuschuss für Einbruchschutz. Dieser beläuft sich auf zehn Prozent von 200 Euro bis 1.500 Euro. Ab April 2016 sind Maßnahmen hier auch über eine Kreditfinanzierung möglich.

Energieeffizienz hat immer noch die besten Förderchancen

Wer nun glaubt, es lohnt sich nicht mehr in Maßnahmen für mehr Energieeffizienz zu investieren, der irrt sich. Hier gibt es nach wie vor die besten Förderchancen. Egal, ob die Modernisierung der Heizung, der Einbau von Wärmeschutzfenstern oder die Dämmung von Dach und Fassade in Betracht gezogen werden, die finanzielle Unterstützung bleibt bestehen. In der Vergangenheit gab es nur die Wahl zwischen Einzelmaßnahmen und Rundum-Sanierung.

KfW bietet neue Fördermittel für Heizungs- und Lüftungspakete

Neu ist allerdings, dass seit Januar 2016 Heizungs- und Lüftungspakete angeboten werden. Dabei handelt es sich um kombinierte Maßnahmen. Im Heizungspaket ist dabei er Einbau des Heizkessels im Keller um die beste Einstellung der Wärmeverteilung im ganzen Haus komplettiert. Darüber hinaus werden alte, ungeregelte Pumpen, nichtvoreinstellbare Thermostatventile oder falsch dimensionierte Heizkörper gewechselt. Gleichzeitig wird ein hydraulischer Abgleich durch eine Heizlastberechnung in jedem Raum durch einen Fachmann eingestellt. Das Lüftungspaket hingegen kombiniert Dämmarbeiten mit einem gleichzeitigen Einbau einer modernen Zu- und Abluftanlage.

Wer in seinem Eigenheim lebt – gleich ob Haus oder Wohnung – kann einen Zuschuss seiner Sanierungskosten bei der KfW beantragen. Dabei beteiligt sich die KfW an Einzelmaßnahmen mit 10 Prozent der förderfähigen Kosten, am Lüftungs- und Heizungspaket mit 15 Prozent. Für ein KfW-Effizienzhaus erhält man, abhängig vom Förderstandard, erhält man 15 Prozent bis hin zu 30 Prozent der Kosten.

Wer sein Eigentum vermietet kann einen Förderkredit von momentan 0,75 Prozent bei seiner Hausbank beantragen. Bisher wird das Angebot der Finanzierung nur zu knapp 35 Prozent genutzt. Doch nach Änderungen im Sommer 2015 und weiteren Änderung ab April 2016 könnte es hier einen Umschwung geben.