Neue Schulbau-Richtlinie treibt Baukosten drastisch in die Höhe

Foto: HDH

Der Entwurf der überarbeiteten Musterschulbaurichtlinie (MSchulbauRL) der Bauministerkonferenz stößt auf scharfe Kritik aus der Bauwirtschaft. Besonders die Holzindustrie warnt vor massiven Kostensteigerungen, die durch verschärfte Anforderungen im Bereich Brandschutz ausgelöst würden. Die geplanten Änderungen könnten nicht nur den Neubau, sondern auch den Betrieb von Schulen erheblich verteuern und moderne pädagogische Raumkonzepte erschweren. Während die Bundesregierung Milliarden in den Schulbau investieren will, droht die Novelle zentrale Ziele dieser Förderpolitik zu untergraben.

Kritisch sieht der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) vor allem die neuen Anforderungen an Rettungswege. So sollen Fluchtwege künftig nicht mehr durch zentrale Hallen oder offene Bereiche führen dürfen. Die Folge wären zusätzliche bauliche Maßnahmen wie neue Treppenhäuser oder Außentreppen – mit spürbaren Auswirkungen auf die Baukosten. Besonders brisant: Die Regelungen sollen nicht nur für Neubauten, sondern auch für Bestandsgebäude gelten. Kommunen müssten also auch bei Sanierungen mit deutlichen Mehrkosten rechnen, was vielerorts die wirtschaftliche Umsetzung geplanter Schulprojekte gefährden könnte.

Pädagogische Konzepte geraten ins Abseits

Neben den finanziellen Folgen droht auch ein Rückschritt in der pädagogischen Entwicklung moderner Lernumgebungen. Viele Schulen setzen heute auf offene Lerncluster und flexible Raumstrukturen – ein Trend, der durch die geplanten baulichen Vorgaben erheblich behindert würde. Vor allem übergreifende Fachbereiche, etwa für naturwissenschaftlichen oder technischen Unterricht, könnten künftig nicht mehr ohne aufwendige und teure Trennwände umgesetzt werden. Das steht in direktem Widerspruch zu aktuellen schulfachlichen Empfehlungen und modernen Raumprogrammen.

Holzmodulbau vor dem Aus?

Besonders gravierend wären die Auswirkungen für den Holzmodulbau. In Städten wie Berlin haben sich modulare Holzschulen als wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Bauweise etabliert. Doch unter den neuen Richtlinien wären diese Modelle kaum noch realisierbar. Der HDH warnt daher vor einem Aus für eine Bauweise, die bislang als Erfolgsmodell galt – sowohl im Hinblick auf Nachhaltigkeit als auch auf Bauzeit und Kostenkontrolle.

HDH fordert praxisnahe Korrekturen

Noch befindet sich der Richtlinienentwurf in der Anhörungsphase. Bis zum 20. März 2025 könnten Verbände Stellung nehmen. Der HDH ruft die Bauministerkonferenz dazu auf, die geplanten Regelungen dringend zu überarbeiten. Ziel müsse es sein, wirtschaftliche und zugleich pädagogisch sinnvolle Schulbauten weiterhin zu ermöglichen – ohne Kommunen und Bauwirtschaft mit unnötiger Bürokratie und hohen Mehrkosten zu überfordern.

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Man sollte auch andere Bautechnologien heranziehen und dann wird alles möglich. Gerne stelle ich meine Bautechnologie vor.

In den Normenausschüssen sitzen inzwischen überwiegend Lobbyisten. Wen wundert das Ergebnis?
Egal ob Bauordnungen, Schulbaurichtlinie, GEG, DIN 94681: Es steht immer jemand dahinter, der Geld verdienen will.

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