Neue Wege im Wohnungsbau: schneller, günstiger, nachhaltiger

Foto: All3

In Berlin entsteht aktuell ein zukunftsweisendes Wohnprojekt, das den Durchbruch für automatisiertes Bauen markieren könnte. Dazu kombiniert ein innovative Startup künstliche Intelligenz, Robotik und nachhaltige Holzsysteme zu einer völlig neuen Bauweise. Dank KI-gestütztem Design und industrieller Vorfertigung soll das Projekt 50 Prozent schneller und 30 Prozent günstiger entstehen. Das stellt ein Meilenstein für digitales und nachhaltiges Bauen in der deutschen Bauwirtschaft dar und bietet einen Lösungsansatz für die Herausforderungen der Wohnungsbaukrise.

Die Digitalisierung erreicht zunehmend die Baustellen: Nur vier Monate nach dem Markteintritt in Deutschland hat das Startup All3 Construction Germany den ersten Auftrag erhalten. Gemeinsam mit der BHN Karlshorst Living realisiert das Technologieunternehmen in Berlin-Lichtenberg ein Wohnprojekt mit rund 3.000 Quadratmetern Fläche. Das Vorhaben gilt als Meilenstein für den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik im Bauwesen und könnte zum Vorbild für die gesamte Branche werden. Dabei kombiniert das von Tchoban Voss Architekten entworfene Gebäude nachhaltige Holzsysteme mit hochautomatisierten Bauprozessen. Grundlage ist die KI-gestützte Designplattform von All3, die alle Schritte von der Planung bis zur Montage digital integriert. Die vorgefertigten Bauteile werden robotergestützt produziert und anschließend per Plug-and-Play-Verfahren vor Ort zusammengesetzt. Laut Unternehmen führt das zu einer um 50 Prozent schnelleren Bauzeit, Kosteneinsparungen von bis zu 30 Prozent und 25 Prozent weniger CO2-Emissionen im Vergleich zu konventionellen Bauweisen. Der Baubeginn ist für das vierte Quartal 2025 geplant, die Fertigstellung für das zweite Quartal 2026.

Durchbruch für automatisiertes Bauen

„Dass wir nur wenige Wochen nach dem Eintritt in den deutschen Markt unseren ersten Auftrag erhalten haben, zeigt, wie groß die Nachfrage nach neuen Bauweisen ist“, erklärt All3-Geschäftsführer Wulf von Borzyskowski. „Dies ist nicht nur ein weiteres Wohnprojekt – es ist ein Beweis dafür, dass der Markt bereit für Veränderungen ist.“ Die Technologie ermögliche es, „auf jedem Grundstück – egal auf verdichteten innerstädtischen Lagen oder auf der grünen Wiese – schneller und wirtschaftlicher als standardisierte Vorfertigung Häuser zu bauen“. Mit ihrem Ansatz reagiert All3 auf eines der zentralen Probleme der Bauwirtschaft: stagnierende Produktivität trotz hoher Nachfrage. Durch die Kombination von KI-gestütztem Design, industrielle Vorfertigung und automatisierter Montage schafft das Unternehmen die Verbindung von individueller Architektur und industrieller Effizienz. Damit soll nicht nur die Wohnraumentwicklung beschleunigt, sondern auch die Nachhaltigkeit im Bau deutlich verbessert werden.

Partner setzen auf Technologie mit KI und Nachhaltigkeit

Auch die Projektpartner zeigen sich überzeugt vom Potenzial der neuen Bauweise. „Wir freuen uns sehr auf unser erstes gemeinsames Projekt mit All3 und sind zuversichtlich, dass weitere folgen werden“, bestätigt Imran Imranov, Geschäftsführer von BHN Property. „Nachhaltig und effizient zu bauen ist uns wichtig. Deshalb war der technologiebasierte Ansatz, kombiniert mit Robotik, der richtige Weg.“ Architekt Sergei Tchoban ergänzt: „Für uns ist es die wichtigste Aufgabe bei diesem Projekt, ökologische Materialität mit einer Architektur zu vereinen, die ausdrucksstark, bemerkenswert und so gestaltet ist, dass sie in Würde altert.“ Die Kombination von Holzsystemen und digitaler Präzision biete dafür die optimale Grundlage. Mit dem Projekt in Karlshorst nimmt ein neues Kapitel der Bauautomatisierung in Deutschland Fahrt auf. Sollte das Vorhaben halten, was die Technologie verspricht, könnte es den Weg ebnen für eine neue Ära des Bauens – effizienter, nachhaltiger und digital gesteuert.

Ist die Zukunft des Bauens wirklich vorgefertigt und digital oder ist das nur ein Hype?

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