Neuer Tariflohn Dachdecker: Statement gegen Fachkräftemangel

Neuer Tariflohn Dachdecker Statement gegen Fachkräftemangel
Foto: Roland Riethmüller

Die Tarifverhandlungen im Dachdeckerhandwerk waren langwierig und kontrovers. Doch schließlich konnte eine gütige Tarifeinigung erzielt werden. Demnach wird der Tariflohn für Dachdecker entsprechend angepasst und zusätzlich in zwei Raten eine Inflationsprämie ausbezahlt. Auch die Auszubildenden dürfen sich über eine Anhebung der Ausbildungsvergütung freuen. Im Gegenzug werden Ausbildungsbetriebe durch eine erweiterte Erstattung der Ausbildungsvergütung ebenfalls gestärkt. Mit dieser Einigung können die Beschäftigten wieder optimistischer in die Zukunft schauen und der Fachkräftemangel aktiv bekämpft werden.

Die aktuelle Tarifrunde im Dachdeckerhandwerk war zäh und kontrovers. Doch am Ende konnte jetzt doch noch eine zukunftsweisende Einigung bei den Tarifverhandlungen erzielt werden. Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) vereinbarten, dass die rund 100.000 Beschäftigten zum 1. November 2022 5,0 Prozent mehr Lohn und Gehalt bekommen. Zum 1. Oktober 2023 erhöht sich der Tariflohn nochmals um weitere 3,0 Prozent. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 27 Monaten bis zum 30. September 2024. Darüber hinaus bekommen die Beschäftigten einen sozialabgaben- und steuerfreien Inflationsausgleich aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten. Die Höhe liegt bei 950 Euro und wird in zwei gleichen Raten gezahlt. Die Zahlungen erfolgen jeweils im Frühjahr der nächsten zwei Jahre.

Dachdecker dürfen sich über höheren Tariflohn freuen

„Der Kompromiss ist uns nicht leichtgefallen“, erklärt ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk, Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite. „Gerade in Zeiten, in denen die wirtschaftlichen Aussichten durch hohe Energiepreise und ständig steigende Materialkosten ungewiss sind, sind Lohnerhöhungen schwer zu vermitteln.“ Trotzdem sei es wichtig, die Beschäftigten zu unterstützen und gerade in Zeiten des Fachkräftemangels attraktiv zu bleiben. “In diesen, für beide Seiten unsicheren Zeiten, war es ein hartes Stück Arbeit, einen Tarifkompromiss zu erzielen“, erklärt auch Carsten Burckhardt, Verhandlungsführer für die IG BAU. „Am Ende ist es aber ein starkes Signal für das Handwerk, das zeigt, dass Tarifpartnerschaft im Sinne der Beschäftigten und der Betriebe gerade im Handwerk funktionieren kann.“ So sollen in den kommenden Wochen Maßnahmen definiert werden, um die Attraktivität im Dachdeckerhandwerk weiter zu erhöhen. Dazu gehören die Förderung von lernschwachen Auszubildenden, neue Weiterbildungsangebote in puncto Digitalisierung, die kontinuierliche Qualifizierung von Ausbildern und Ausbilderinnen, ein Starter-Kit für neue Auszubildende und vieles mehr.

Im Kampf gegen den Fachkräftemangel profitieren auch die Auszubildenden

Denn auch die Auszubildenden dürften sich über die Tarifeinigung freuen. Schließlich wird deren Vergütung in zwei Schritten angehoben. So erhalten Auszubildende im Dachdeckerhandwerk im dritten Lehrjahr künftig 1.260 Euro, ab Oktober 2023 sind es dann 1.320 Euro. Gewerbliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten in Zukunft zwei Urlaubstage mehr. Dafür bekommen Ausbildungsbetriebe nach der Tarifeinigung im Dachdeckerhandwerk eine erweiterte Erstattung der Monatsvergütung für Auszubildende. Bisher wurden sieben Monate im ersten Ausbildungsjahr, fünf im zweiten Lehrjahr und einer im dritten Jahr erstattet. Nun gilt eine 7-5-2 Regelung. Im Gegenzug übernimmt der Arbeitgeber die Fahrtkosten und gegebenenfalls die Übernachtungskosten für die Gesellenprüfung.

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