Neuer Tarifvertrag: Bauhauptgewerbe bietet Inflationsausgleich

Neuer Tarifvertrag Bauhauptgewerbe bietet Inflationsausgleich
Foto: Roland Riethmüller

Nach intensiven Verhandlungen haben sich die Tarifparteien im Bauhauptgewerbe auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Darin enthalten ist auch eine Inflationsausgleichsprämie. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags reicht über zwei Jahre. Beide Vertragsparteien sind froh, dass endlich ein Abschluss mit attraktiven Rahmenbedingungen erreicht wurde. Denn dieser Abschluss beweist auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels, wie wichtig attraktive Bedingungen für die Beschäftigten in der Baubranche sind.

Quasi außer der Reihe hat das Deutsche Bauhauptgewerbe nach anspruchsvollen Tarifverhandlungen einen neuen Tarifabschluss erzielt. So einigten sich die Tarifparteien aus dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) für die Arbeitgeberseite und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) als Arbeitnehmervertretung vor allem auf einen Inflationsausgleich. So sieht der neue Tarifvertrag mit den bereits im letzten Jahr ausgehandelten Lohn- und Gehaltserhöhungen und Einmalzahlungen für die Jahre 2021, 2022 und 2023 eine Geldprämie zum Inflationsausgleich vor. Insgesamt gibt es 1.000 Euro für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In diesem Jahr erhalten die Beschäftigten im Bauhauptgewerbe davon 500 Euro und im nächsten Jahr nochmals 500 Euro. Die Fachkräfte in Teilzeit erhalten anteilige Leistungen. Die Auszubildenden bekommen 300 Euro, die jeweils in Teilbeträgen für beide Jahre ausgezahlt werden.

Bauhauptgewerbe durch Inflationsausgleichsprämie weiterhin attraktiv

Dieser Tarifvertrag zeigt, dass das Bauhauptgewerbe trotz der großen Herausforderungen weiterhin für Beschäftigte ein attraktives Arbeitsverhältnis bietet. Wieder einmal mehr zeigen die Tarifvertragsparteien, dass sie zum Wohle der Baufachleute und den Unternehmen die akuten Herausforderungen sozialpartnerschaftlich lösen können. Das beweist vor allem die ausgehandelte Inflationsausgleichsprämie. Besonders im Hinblick auf den Fachkräftemangel ist das ein starkes Signal für eine gesicherte Zukunft am Bau. „Fast alles ist deutlich teurer geworden, insbesondere sind die Energiekosten exorbitant gestiegen. Schon bald flattern die ersten Jahresabrechnungen der Nebenkosten ins Haus”, erinnert Carsten Burckhardt, Mitglied des Bundesvorstands der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) und zuständig für das Bauhauptgewerbe. Da komme die finanzielle Unterstützung zur richtigen Zeit. “Deshalb freut es mich sehr, dass wir, obwohl wir derzeit keine Tarifverhandlungen führen, diese zusätzlichen Zahlungen erwirken konnten.“

Durchbruch im neuen Tarifvertrag bezüglich der Wegezeit-Entschädigung

Im neuen Tarifvertrag gibt es endlich auch einen Durchbruch bei der Wegezeit-Entschädigung. Dieser sieht vor, dass die Beschäftigten als Wegezeit-Entschädigung zwischen sechs und neun Euro am Tag für den Weg zur Baustelle bekommen. Sollte aufgrund der Entfernung eine tägliche Heimfahrt nicht möglich sein, dann erhalten die Beschäftigten einen pauschalen Zuschlag zwischen 18 und 78 Euro in der Woche.

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Anpassung / neuen Tarifabschluss

Hier wird mit bereits ausgehandelten Tarifabschlüssen geworben, das ist alter Kaffee und trägt bei weitem nicht die Inflation die seit dem Überfall auf die Ukraine auf uns aller herein prasselt !
Schon damals war ich über den langen Abschluss äußerst unzufrieden da er genau solche Probleme mit Inflation nicht abdeckt !

Der Arbeitnehmer ist der dumme und der Arbeitgeber freut sich das die Arbeitnehmer so lange gebunden sind !

Die jetzt hier groß präsentieren 2x 500€, die dann vermutlich auch noch versteuert werden müssen, und noch mit Sozialabgaben belegt werden, obendrein noch spät kommen, sind in meinem Augen völlig lächerlich und reichen weder vorne noch hinten !!!

Sich mit so einem Ergebnis zu brüsken ist für mich eine Frechheit ohne gleichen !

z. B. der Arbeitgeber meiner Frau zahlt als Inflationsausgleich pro Quartal ab 01/23 bis 04/24 jeweils 500€. DAS NENNE ICH EINEN INFLATIONSAUSGLEICH.

finde das Ergebnis auch eher dürftig

2 mal 500 EUR über zwei Jahre verteilt und dazu sagen, das sei ein gelungenes Ergebnis? nicht wirklich. 

IGMetall gibt ihren Arbeitnehmer die vollen 3000 EUR und nicht verteilt über zwei Jahre.

Wow

Nach dem schlechtesten Tarifabschluss seit Jahrzehnten (33 Monate Laufzeit bei etwas über 2,0% jährlicher Erhöhung – trotz jahrelanger Boomphase am Bau) versucht man nun noch zu retten was zu retten ist.

Zusätzlich einmalig 500 Euro mehr in 2023 und 2024 – da kommt bestimmt der Neid auf und jeder will am Bau arbeiten.

Versteht mich nicht falsch, am Bau zeigen die Zeichen deutlich nach unten. Aber nachdem man 2021 die Leute voll verklappst hat, werden die nächsten Verhandlungen in 2024 haarig. Nochmal auf die Tränendrüse drücken wie 2021 dürfte schwierig werden, auch wenn dieses mal die Kassen wirklich leer sind.

Der Gesetzgeber sagt das die…

Der Gesetzgeber sagt das die 2 Mall 500 Euro nicht versteuert werden müssen das ist so und wird auch nicht geändert es ist außerdem eigentlich eine freiwillige Leistung vom Arbeitgeber .

Das Bauhandwerk stirbt und…

Das Bauhandwerk stirbt und die Gewerkschaft schaut zu. Der letzte Tarifabschlüsse, ist durch zu Höhe Laufzeit mit zu geringen Erhöhungen, ein Schlag ins Gesicht aller Beschäftigten.

Der ,,Inflationsausgleich“ der keiner ist, tritt nochmal nach.

Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ist mit dem bisschen Fahrgeld nicht erzielt worden.

Und so kehren die Beschäftigten der Gewerkschaft und in der kommenden Zeit der ganzen Branche den Rücken zu. Wer auf die nächsten Verhandlungen hofft, wird in 2024 wieder enttäuscht werden, da die Boomjahre vorbei gehen. 

Zu Höhe Grundstücks und Materialpreise in Verbindung mit erhöhten Zinsen, würgen die Bauindustrie und das Problem ist bis heute nicht erkannt. Die Grenze bei Kauf und Mietpreisen ist erreicht. Ohne staatliche Förderung steuern wir sehenden Auges auf eine Katastrophe zu. 

Nicht zufriedenstellend

Der Inflationsausgleich in Höhe von 1.000,00 € verteilt auf 2 Jahre ist der größte Witz überhaupt. 

Überall spürt man Preissteigerungen welche NICHT mit läppischen 500,00 € im Jahr gut gemacht werden können. Natürlich darf positiv hervorgehoben werden, dass in einem noch laufenden Tarifvertrag eine zusätzliche Prämie abgeschlossen wurde aber das als ganz großen Erfolg zu verkaufen ist ein Armutszeugnis. 

So kriegt man als Gewerkschaft sicherlich keine neuen Mitglieder dazu. 

2×500€

Einfach lächerlich diese 2×500 €. Der Bau wird damit immer uninteressanter und dad trotz Fachkräfte Mangel ohne Ende.

 

Ein Witz, was die hohen Herren und Damen meinen für uns erreicht zu haben.

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