Neues Arbeitszeitmodell: Metallbauer setzt auf 30-Stunden-Woche

Neues Arbeitszeitmodell Metallbauer setzt auf 30-Stunden-Woche
Foto: Handwerkskammer Konstanz

Die Arbeitswelt der Handwerker wird durchgewirbelt. Ein Metallbauer aus Baden-Württemberg will seinen Fachkräftebedarf mit einer 30-Stunden-Woche abdecken und das an drei Tagen. Einen vollen Lohnausgleich gibt es mit dazu. Markus Ruf hat sich Gedanken darüber gemacht, was die Arbeit in seinem Betrieb interessanter machen würde. Gemeinsam mit einem Team wurde dieses neue Arbeitszeitmodell entworfen. Immer häufiger passt sich das Handwerk den Wünschen seiner Mitarbeiter an.

Der Metallbauer Markus Ruf aus Watterdingen will mit einer 30-Stunden-Woche an drei Tagen den Fachkräftebedarf decken. Der Geschäftsführer des Betriebs weiß, dass dieses neue Modell Diskussionen auslösen wird. Die 30 Stunden Arbeit wöchentlich soll auf drei Tage verteilt werden. Die Arbeiter sollen einen vollen Lohnausgleich bekommen. „Wir finden keine neuen Mitarbeiter mehr”, erklärt Ruf. “Ingenieure schon, aber keine Metallbauer, Gesellen, die in dem Betrieb in Tengen-Watterdingen mit anpacken und neue Treppen und Balkongeländer zusammenschweißen.“

Die Produktion wird auf 60 Stunden erhöht

Markus Ruf hat sich gemeinsam mit einem Team Gedanken darüber gemacht, wie man die Arbeit in seinem Betrieb attraktiver gestalten könnte. Er betont, dass für viele Menschen die Freizeit sehr wichtig sei, und zwar so, dass man viel unternehmen könne. Nun musste man schauen, wie man das im Betrieb umsetzen könne. Das Ergebnis war eine sechs-Tage-Woche mit 60 Stunden. Zwei Schichten übernehmen im Wechsel drei Tage. „So können wir die Outputquote steigern und mehr Aufträge annehmen. Zusätzlich verteilen sich unsere relativ hohen Fixkosten – bedingt durch die teuren Maschinen – auf mehr Arbeitsstunden“, erklärt Ruf, wie das Arbeitszeitmodell kalkuliert ist.

Das Handwerk passt sich den Wünschen seiner Mitarbeiter an

Immer mehr passt sich das Handwerk den Wünschen seiner Beschäftigten an. Dennis Schäuble, Unternehmensberater in der Handwerkskammer Konstanz, sagt, dass es bei ihm immer mehr Anfragen zu alternativen Arbeitszeitmodellen gebe. „Wir haben ein paar Betriebe im Kammerbezirk, die bereits in der Vier-Tage-Woche arbeiten.“ Zurzeit wird viel ausprobiert, um die freien Stellen zu besetzen. Am Urlaubsanspruch von 25 Tagen ändert sich bei dem neuen Arbeitszeitmodell nichts. Insgesamt bringt dieses neue Modell mehr Zeit für die ganze Familie.

Neue alternativen Arbeitszeitmodellen im Handwerk

Immer mehr Betriebe bieten ihren Mitarbeitenden alternative Arbeitszeitmodelle an – wie der Metallbaubetrieb Ruf & Keller in Tengen- Watterdingen. Ob Drei- oder Vier-Tage-Woche, gemeinsam mit den Mitarbeitern kann das ein guter Weg sein. Er betont weiter, dass es überaus verlockend sei, das dreitägige Wochenende für einen Kurztrip zu nutzen. Aber es gibt auch Skeptiker. Sie betonen, dass sich auf der Baustelle keine vier-Tage-Woche organisieren lässt. Demgegenüber ist jedoch anzumerken, dass bei vielen Betrieben der Freitag nur ein halber Arbeitstag ist. Es sei erforderlich, für ein neues Arbeitszeitmodell im Betrieb zu involvieren. Der gesellschaftliche Wandel sei nun auch in der Arbeitswelt angekommen.

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