Neues Hochhaus soll Leuchtturm-Projekt für Holzbau werden

News , 28.01.2019 , Frank Kessler Neues Hochhaus soll Leuchtturm-Projekt für Holzbau werden
Foto: Peter W. Schmidt Architekten

Im Schwarzwald ist der Holzbau traditionell weit verbreitet. Doch nun soll im Auftrag der Baugenossenschaft Arlinger in Pforzheim ein ganz besonderes Hochaus errichtet werden. Das Gebäude soll 14 Stockwerke hoch sein und in der Hauptsache aus Holz bestehen. Wenn der Bau erfolgreich verlaufen sollte, wird der Modellcharakter zum Leuchtturm für den Holzbau.

Das neue Hochhaus mit Namen Carl ist aber mehr als nur ein Leuchtturm-Projekt. Gleichzeitig wird mit den neuen Gebäude in Pforzheim der so dringend benötigte Wohnraum geschaffen. Die Materialien kommen aus der Region und sind klimaschonend und nachwachsend. Das Vorhaben wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) durch eine Stiftung mit 330.700 Euro gefördert. Der Bau soll aus drei Teilen bestehen, einem Hochhaus und zwei flachen Gebäuden. Baubeginn soll im Frühjahr 2021 sein. Insgesamt sollen 73 Wohnungen entstehen. Außerdem soll eine Kindertagesstätte und eine Bäckerei darin Platz finden.

Neue Wege sparen Ressourcen und Energie

"Konventionelles Bauen mit Stein, Stahl und Beton benötigt sehr viele Ressourcen und Energie", erläutert Sabine Djahanschah, DBU-Fachreferentin für Architektur und Bauwesen. “Der Holzbau stellt dazu eine ökologische Alternative dar, die wirtschaftlich konkurrenzfähig werden soll.” Bisher gäbe es aber die Regelung, dass Hochhäuser aus Holz nur mit vielen Ausnahmeregelungen genehmigt werden. Für die Bauherren ist das aufgrund der höheren Kosten nicht mehr attraktiv.

Holz-Hybrid-Bauweise schafft Stabilität und Brandschutz

Mit diesem Leuchtturm-Projekt soll eine neue Richtung eingeschlagen werden. Das Konzept soll Schule machen und auch von anderen genutzt werden. In Sachen Brandschutz und Statik sollen die Lösungen bundesweit einsetzbar sein. Bei dieser Bauweise handelt es sich um eine Holz-Hybrid-Version. Das bedeutet, dass auch Stahl und Beton eingesetzt werden. Der Kern des Treppenhauses wäre beispielsweise aus Brandschutzgründen aus Beton. Der Anteil würde jedoch sehr gering ausfallen, um Rohstoffe zu schonen, denn Sand ist knapp. Stahlbeton besteht zu zwei Dritteln aus Sand. Vorgefertigte Module sollen einen schnellen Bau garantieren. Es liegt auf der Hand, dass gerade im Schwarzwald mit Holz gebaut werden soll, denn regionales Holz ist vorhanden. Holz eignet sich ideal zum Bauen. Es hat wenig Eigengewicht, ist stabil und besitzt eine hohe Tragkraft. Berechnungen haben außerdem ergeben, dass mit dem Holzbau rund 2.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid Emissionen weniger ausgestoßen werden würde. Zudem wächst Holz nach und kann wieder recycelt werden. Das macht diesen Leuchtturm fernab der Küstenregionen interessant.