Neues Urteil zur Schwarzarbeit

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Foto: RainerSturm / pixelio.de

Die Schwarzarbeit ist am Bau eine anhaltende Belastung, die offenbar nur schwer zu bekämpfen ist. Dennoch ist diesbezüglich ein weiterer Erfolg zu verzeichnen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat kürzlich nämlich ein Urteil gesprochen, das maßgeblich dazu beitragen könnte, dass der Schwarzarbeit Einhalt geboten wird. Wer Schwarzarbeit beauftragt, hat in Zukunft auch keinen gesetzlichen Anspruch auf Gewährleistung. Dies sollte Kunden zu denken geben.

Immer wieder meinen Auftraggeber und Auftragnehmer, sie könnten Geld sparen beziehungsweise mehr verdienen, wenn sie durch Schwarzarbeit bauliche Maßnahmen beauftragen und entgegennehmen. Im ersten Augenblick mag das auch so wirken, doch auf lange Sicht stellt sich dies als Trugschluss mit weitreichenden Folgen heraus.

Auftraggeber versprechen sich von der Schwarzarbeit günstigere Preise. Auftragnehmer dagegen meinen, Sie können mehr verdienen. Wer nun glaubt, diese beiden Ziele stünden im kompletten Gegensatz, der täuscht sich. Beide Parteien sparen schließlich das Abführen der Mehrwertsteuer, wenn sie am Fiskus vorbei Arbeiten beauftragen, beziehungsweise ausführen. Am Ende verliert aber vor allem der Auftraggeber.

Nach dem neuen Urteil des BGH vom 1. August 2013 hat der Auftraggeber, der eine Schwarzarbeit veranlasst, keinerlei Anspruch auf eine Gewährleistung bei Mängeln. Werden die Arbeiten also nicht ordnungsgemäß ausgeführt, kann der Auftraggeber auch keinesfalls auf seine Gewährleistungsrechte bestehen. Sofern der Auftragnehmer sich also im Falle von Mängeln weigert, diese zu beheben, hat  er keinerlei rechtliche Schritte von Seiten des Auftraggebers zu erwarten.

Auftraggeber sollten sich also sehr genau überlegen, ob der vermeintliche Vorteil der Kostenersparnis durch Schwarzarbeit am Ende tatsächlich auch sinnvoll ist. Schließlich kann auch bei regulär beauftragten Handwerksarbeiten ein Steuerbonus genutzt werden. Die Voraussetzungen dafür haben sich ebenfalls kürzlich verbessert und sind damit noch attraktiver. Wer sich dennoch gegen einen legal vergebenen Auftrag entscheidet, der darf dann am Ende aber auch nicht klagen, wenn auf den Kosten für eine Beseitigung nicht fachlich ausgeführten Arbeiten sitzen bleibt.

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