Nichtwohnungsbau profitiert von Aktionsplan Energieeffizienz

News | Roland Riethmüller | 10.12.2014
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In der Vergangenheit sind nicht nur im öffentlichen Bereich sondern auch in der privaten Wirtschaft viele Investitionen zurückgehalten worden. Durch die angekündigte Förderung der Energieeffizienz wird nun mit stärkeren Sanierungsmaßnahmen vor allem im Wohneigentum, jedoch auch verstärkt im gewerblichen Bereich gerechnet. Dies führt durch die Nutzung der Energieeffizienz-Potentiale zu einem nachhaltigen Schritt in Richtung Energiewende.

Der seit vielen Jahren in Gewerbe und Industrie entstandene Sanierungsstau kann jetzt aufgelöst werden, freut sich Gotthard Graß, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Firmen in Gas- und Wasserfach e.V. (figawa). „Mit der Aufstockung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms auf 2 Mrd. Euro bis 2018 im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) hat die Bundesregierung endlich den entscheidenden Schritt getan, um die bisher brachliegenden Energieeffizienz-Potentiale in den rund 420.000 Hallengebäuden in Deutschland zu heben.“ Es sei vor allem die Summe aus KfW-Fördermitteln und steuerlicher Abschreibung, die dringend erforderliche Investitionen in Anlagentechnik inklusive Heizung, Klima, Lüftung und Warmwasser, aber auch Beleuchtung, sowie Regel- und Steuerungstechnik in den Hallengebäuden antreiben wird. Figawa setzt dabei auf dezentrale Heizungs- und Kühlsysteme, die im Hallenbau als Schlüssel für den Erfolg der Energieeffizienz gelten.

Insgesamt stehen allein für die Gebäudesanierung 3 Mrd. Euro pro Jahr bereit, kündigte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel vergangene Woche an. Dabei wird das bereits erfolgreiche CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW um 200 Mio. Euro auf 2 Mrd. Euro pro Jahr erhöht. Zusätzlich steht bis 2019 jährlich eine Mrd. Euro jährlich für die Erschließung weiterer Zielgruppen durch die steuerliche Förderung von energetischer Gebäudesanierung zur Verfügung. Damit wurde Energieeffizienz von der Bundesregierung zum zweiten Standbein der Energiewende erklärt und soll insgesamt 390-460 Petajoule (PJ) Energie einzusparen, was dem Energieverbrauch von Bremen und Thüringen entspricht. Man erwartet durch die Maßnahmen von NAPE und dem Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 zusätzliche Investitionen von 80 Mrd. Euro bis 2020.

Elmar Esser, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) begrüßt die stärkere Förderung bei energetischer Sanierung von Dach, Fenstern, Heizung und Hauswand. Gleichzeitig fordert er aber auch: „Es ist jetzt entscheidend, die konkrete Ausgestaltung der geplanten Einzelheiten schnell festzulegen, denn die Eigenheimbesitzer brauchen Investitionssicherheit.“

Auch der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl-Heinz Schneider, freut sich über die neue Förderung, sieht jedoch mit der Aufstockung keine Chance auf eine Erhöhung der erforderlichen Sanierungsquote auf zwei Prozent. Außerdem sei Voraussetzung, dass alle Bundesländer mitziehen und im Rahmen des Klimaschutzprogramms bis Ende Februar 2015 eine Einigung erzielt wird.

Alle Vertreter der Bauwirtschaft sind sich jedoch einig, dass im Gegenzug eine Kürzung vom Handwerkerbonus nicht sinnvoll sei. So können bisher 20 Prozent der Arbeitskosten von Handwerkern, maximal jedoch 1.200 Euro, beim Finanzamt in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Künftig sollen erst handwerkliche Leistungen ab 300 Euro abzugsfähig sein, was Vermutungen zufolge zu einem Anstieg der Schwarzarbeit bei kleineren Handwerksleistungen führen wird. „Beide Instrumente haben ihre volle Berechtigung. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun“, mahnt Detlef Bade, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade.

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