Normalisierung am Bau - noch 11 Monate

News | Frank Kessler | 26.08.2020
Normalisierung am Bau - noch 11 Monate
Foto: Roland Riethmüller

Für die Wirtschaft wird die Normalisierung während der Corona-Krise noch eine ganze Weile auf sich warten lassen. Das prognostizieren Unternehmen aus diversen Branchen bei einer Reihe aktueller Umfragen. So rechnen die befragten Bauunternehmen im Durchschnitt mit einer Dauer von 11,1 Monaten bis zur Normalisierung ihrer Geschäftslage. Gefragt wurde darüber hinaus beispielsweise nach den Auswirkungen der Pandemie auf Geschäftsreisen und das öffentliche Leben.

Die von den Baubetrieben erwarteten 11,1 Monate bis zur Normalisierung ihrer Geschäftslage während der Corona-Krise entsprechen fast genau dem Durchschnitt der von Betrieben aller Branchen genannten Zeit von elf Monaten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen sind allerdings deutlich. So erwarteten im Dienstleistungssektor Betriebe des Landschafts- und Gartenbaus mit durchschnittlich 5,2 Monaten eine relativ geringe Zeitspanne bis zur Normalisierung. Von den Architekten und Ingenieuren werden 10,6 Monate, im Grundstücks- und Wohnungswesen 11,9 und im Recyclingsektor 16,6 Monate angenommen.

Zuversicht über die Geschäftslage in der Industrie

Im verarbeitenden Gewerbe erwartet die chemische Industrie (inklusive Bauchemie) mit acht Monaten eine relativ kurze Phase der Regeneration. Die Hersteller von Metallwaren gehen schon von 9,2 Monaten aus. Höher sind die erwarteten Zeitspannen bei Betrieben für die Herstellung von Holzwaren wie Parkett (10,7 Monate) und von Glaswaren sowie Keramik (11,3 Monate).

Corona-Auswirkungen sind für den Bau tendenziell niedrig

Bei der Prognose, wie lange das öffentliche Leben durch die Corona-Krise noch beeinträchtigt wird, liegt der Bausektor mit 8,2 Monaten ebenfalls sehr nah am Durchschnitt aller Branchen von 8,5 Monaten. Zum Vergleich: Getränkehersteller rechnen dagegen nur mit 6,4 Monaten, die Freizeitbranche allerdings mit 13 Monaten.

Kaum weniger Geschäftsreisen in der Bauwirtschaft

Insgesamt schätzen Baubetriebe die Auswirkungen der Corona-Krise auf die eigene Branche eher niedrig ein. So gehen nur 29 Prozent der befragten Baubetriebe davon aus, dass sich die Zahl ihrer Geschäftsreisen dauerhaft reduziert. Branchenübergreifend liegt der Durchschnitt bei 57 Prozent der Betriebe. Bei allen anderen vom ifo-Institut aufgelisteten möglichen Auswirkungen der Corona-Krise glauben Betriebe der Baubranche ebenfalls in geringerem Maße als der Durchschnitt aller Branchen, dass es ihr eigenes Unternehmen betrifft. Abgefragt wurden als mögliche Auswirkungen "mehr Homeoffice", "mehr Automatisierung", "Verringerung des Anteils an zugelieferten Produkten oder bezogenen Dienstleistungen", "Diversifikation der Lieferketten", "Veränderung der angebotenen Produkte (bzw. Bauleistungen)” sowie “Ausbau der Internetpräsenz”.

Speziell in der Baubranche ging es darüber hinaus um eine stärkere Nutzung digitaler Planungsmethoden. 14 Prozent der befragten Bauunternehmen gaben sie als eine der positiven Auswirkungen der Corona-Krise an.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Eisenkrein am 28.08.2020 )

Wie kommen die Verfasser dazu die Überschrift mit „nach der Krise“ zu betiteln?

Die Zahlen steigen auf der gesamten Welt. Nach den Lockerungen bekommen wir eine zweite Welle...

Aber eben durch diese Meinung, dass viele den Gedanken „nach der Krise“ haben, bekommen wir auch eine heftige zweite Welle!

Wie wäre es also mit „während der Krise“ und mit weiterhin viel Vorsicht, aber wir schaffen es uns so umzustellen und zu organisieren, dass es wieder aufwärts geht?

  (Geschrieben von admin am 01.09.2020 )

Sie haben völlig Recht. "Nach" ist sicher die falsche Formulierung und soll in keiner Weise ein Leugnen der Krise darstellen, so wie es ja leider von einigen Randgruppen lautstark propagiert wird. Wir haben es geändert! Danke für den Hinweis!

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