Offene Lehrstellen gegen Fachkräftemangel im Handwerk

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Foto: Handwerkskammer Konstanz

Trotz des demografischen Wandels und des damit einher gehenden deutlichen Rückgangs der Schulabgängerzahlen konnte das Handwerk zum August 2010 insgesamt 82.427 neue Ausbildungsverträge abschließen. Otto Kentzler, der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, zeigt sich positiv überrascht über diese Steigerung um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. „Das Handwerk hat deutlich gemacht, dass es bei der Fachkräftesicherung vorrangig auf Ausbildung in seinen Betrieben setzt.“

Doch auch die sehr erfreuliche Steigerung der Ausbildungszahlen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nach wie vor eine ungedeckte Nachfrage nach angehenden Fachkräften gibt. Denn noch sind alleine in den Lehrstellenbörsen der Handwerkskammer 15.000 Ausbildungsplätze unbesetzt.

Grundsätzlich wird dem Handwerk eine gute Nachwuchsarbeit nachgesagt und auch die erfolgreiche Imagekampagne des Deutschen Handwerks hat sicher zum guten Ergebnis beigetragen. Doch muss wohl noch mehr geschehen, um langfristig den Fachkräftebedarf im Handwerk zu sichern und die Notwendigkeit zum Anwerben ausländischer Fachkräfte zu verhindern.

So wies kürzlich Jürgen Faden, alternierender Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses der Handwerkskammer Koblenz, auf weitere Zielgruppen zur Sicherung des Nachwuchs hin. Er appellierte, angehende Fachkräfte strategisch von Klein auf zu fördern. Dabei sieht er primär vier Zielgruppen, die möglichst früh einen Einblick in die Arbeitswelt bekommen und für das Handwerk rekrutiert werden sollten.

Allen voran geht es ihm dabei um die Vielzahl der Schülerinnen und Schüler, die jedes Jahr orientierungslos von der Schule abgehen. Hier müsse zuerst angesetzt werden und frühzeitig eine Perspektive und Zielrichtung aufgezeigt werden.

Dabei sieht er auch, dass die geschlechterspezifische Rollenverteilung längst der Vergangenheit angehört und daher viel offensiver weibliche Schulabgänger für einstige Männerberufe interessiert werden sollten. Sehr deutlich zeigt dies das Maler- und Lackiererhandwerk, denn während 2005 erst 7,4 Prozent Mädchen diesen Begriff ergriffen, waren es 2008 bereits 21 Prozent. Hier zeigt sich ein klarer Trend auf, dass männlich dominierte Ausbildungsberufe zunehmend auch für weibliche Schulabgänger attraktiv werden.

Auch jungen Menschen mit Migrationshintergrund solle das Handwerk nicht außer Acht lassen. Dabei wies Faden vor allem auf die guten Chancen eines gemischten Teams hin, so wie zuletzt bei der Fußball-WM.

Eine soziale Verantwortung spricht der Bildungsexperte dem Handwerk auch bei der sicher sorgenreichsten Gruppe zu, den schwächeren Schülerinnen und Schülern. Nicht aufgeben sondern fördern, sollte der Anspruch des Handwerks sein.

Denn den Interessenten und Bewerbern sollte auch deutlich gemacht werden, dass eine Ausbildung im Handwerk nur sehr selten in die Arbeitslosigkeit führt. Statistiken zeigen, dass gerade im Handwerk die Mitarbeiterbindung gerade in den oft familiär geführten Handwerksbetrieben schon beim Azubi beginnt.

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