Ohne das Bauhandwerk gibt es keine Energiewende

News , 03.12.2019 , Frank Kessler Ohne das Bauhandwerk gibt es keine Energiewende
Foto: Roland Riethmüller

Momentan kann sich das Bauhandwerk nicht über mangelnde Auftragsbücher beklagen. Das einzige Hindernis ist der Fachkräftemangel. Denn der trägt maßgeblich dazu bei, dass die Energiewende in Deutschland stark bedroht ist. So sehen schließlich gemäß einer aktuellen Umfrage 92 Prozent der befragten Bürger das Handwerk als die treibende Kraft, wenn es um den Klimaschutz geht. Doch auch der Mund-zu-Mund-Propaganda wird ein entscheidender Beitrag beigemessen.

Die Auftragsbücher des Handwerks sind prall gefüllt. Lediglich der noch immer anhaltende Fachkräftemangel ist eine Bremse, die die Umsetzung der Klimaschutzziele behindert. Einer aktuellen Umfrage des niedersächsischen Herstellers Stiebel-Eltron zufolge sind 92 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass dem Handwerk dabei die Hauptrolle zufällt. Insbesondere sind es die Heizungs- und Elektrohandwerksbetriebe, die beauftragt werden, wenn es um den Einbau neuer Heizungsanlagen geht. Rund 1.000 Bürger und Bürgerinnen nahmen an der Umfrage teil, die von Stiebel Eltron in Auftrag gegeben wurde.

Das Fachhandwerk hat einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung

Das Fachhandwerk hat demnach in der Bevölkerung einen hohen Stellenwert. Dabei spielt es keine Rolle, ob es bei den Arbeiten um Neubauten oder Bestandsbauten geht. 88 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass gezielte Förderprogramme Anreize schaffen für nachhaltige Heizungssysteme. Ebenso wichtig ist aber auch ein Erfahrungsaustausch unter Freunden, Nachbarn oder Bekannten. 83 Prozent halten eine Mund-zu-Mund-Propaganda im Bestandsbau für wichtig, beim Neubau sind es 81 Prozent. Gefragt wurde aber auch nach den Rollen der Architekten, Energieversorger und Bauträger. Hier sind die Verhältnisse ein klein wenig anders. Die Wichtigkeit liegt bei den Architekten und Bauträgern bei 81 Prozent, bei den Energieträgern sind es 83 Prozent. Diese Zahlen gelten für den Bestandsbau. Beim Neubau halten 89 Prozent der Befragten die Architekten und Bauträger für wichtig. Bei den Energieversorgern sind es 85 Prozent.

Hohe Bedeutung der Beratung für die Energiewende

Dieses Ergebnis zeigt aber auch, dass sich viele vor Investitionsentscheidungen zunächst beim Fachhandwerk informieren. Das bedeutet aber auch, dass der Fachkräftemangel die Energiewende im Bauhandwerk deutlich ausbremst. Es ist deshalb unerlässlich, dass die Unternehmen mehr Fachpersonal bekommen. Das betrifft besonders das Handwerk, das am meisten unter dem Mangel an Fachkräften leidet. Was nutzen volle Auftragsbücher, wenn nicht genug Leute da sind, um die Aufträge auch auszuführen.