Orderminus im Baugewerbe – Baukonjunktur rückläufig

Orderminus im Baugewerbe - Baukonjunktur rückläufig
Foto: Roland Riethmüller

Das Statistische Bundesamt meldet für August einen Rückgang des Umsatzes im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für das laufende und kommende Jahr sind das keine guten Meldungen für die Baukonjunktur. Das Ziel der Politik, rund 400.000 Wohnungen im Jahr zu bauen, wird wohl nicht realisierbar sein. Im Gesamtumsatzjahr 2022 wird mit einem Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr gerechnet.

Laut den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts ist der Umsatz im Bauhauptgewerbe gegenüber dem Vormonat um 5,1 Prozent zurückgegangen. „Für die ersten acht Monate sind wir mittlerweile bei einem realen Minus von 4,3 Prozent”, erklärt Peter Hübner, Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB). “Wir sehen uns daher gezwungen, unsere Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2022 vom Mai anzupassen.“ Noch sind die Umsätze im positiven Bereich, doch es zeichnet sich der Effekt ab, dass inflationsbedingt für das gleiche Geld weniger Bauleistung erbracht wird. Besonders davon betroffen sind die Auftraggeber. Mit der gleichen Summe können jetzt weniger Projekte umgesetzt werden, die aber so dringend benötigt werden. Hinzu kommt das unsichere Marktumfeld, mit denen private und öffentliche Bauherren zu kämpfen haben. Dazu zählen die Preissteigerungen bei der Energie und beim Baumaterial sowie bei den gestiegenen Lebenshaltungskosten. „Schon heute führt dies zu einem Rückgang beim Auftragseingang sowie zu Stornierungen auf einem ungewöhnlich hohen Niveau„, so Hübner.

Orderminus im August schwächt die Baukonjunktur

Auch im Baunebengewerbe melden die Bauunternehmen gegenüber August des Vorjahres ein Orderminus von 14,2 Prozent. Zum Vormonat sind es sechs Prozent. Das sind keine guten Prognosen für das kommende Jahr, denn schon jetzt ist eine Investitionsbremse zu bemerken. Real ist der Auftragseingang im August um 24 Prozent eingebrochen. „Es zeigt sich immer deutlicher, dass der politische Anspruch, im Jahr 400.000 Wohnungen zu errichten, nicht aufgehen wird”, prognostiziert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB). “Der Wohnungsbau braucht jetzt dringend die avisierte Gaspreisbremse.“ Er betonte weiter, dass der Druck der Materialpreisentwicklung sich nicht länger auf die Baupreise auswirken dürfe. Die Kapazitäten für den bezahlbaren Wohnraum müssten wieder angepasst werden. Besonders private Investoren bräuchten jetzt eine Neubauförderung. All dies wirke sich negativ auf die Baukonjunktur aus und bereite dem Baugewerbe große Sorge.

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