Parkett verliert gegen Kunststoffböden

News , 04.12.2019 , Frank Kessler Parkett verliert gegen Kunststoffböden
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Der Absatz von Parkett ist von Januar bis September 2019 leicht gesunken. Doch trotz ebenfalls sinkender Anzahl von Herstellern ist der Umsatz im gleichen Zeitraum weniger stark gesunken. Das ergab eine interne Erhebung der Parkettindustrie. Negativ wirkt sich nach wie vor der ungebrochene Trend zu Kunststoffböden aus. Der Branche macht dies zu schaffen und ist außerdem im Hinblick auf ein Verbot von Plastikprodukten durchaus verwunderlich.

Der Parkettabsatz ist in den ersten drei Quartalen des Jahres 2019 leicht um 1,7 Prozent auf 7,4 Millionen Quadratmeter zurückgegangen. Im ersten Halbjahr konnte man sich noch über ein leichtes Plus von 0,1 Prozent freuen. Im dritten Quartal sank der Absatz jedoch um 5,4 Prozent. "Nach wie vor macht unserer Branche eine schwierige Markt- und Konkurrenzlage zu schaffen”, erklärt der Vorsitzende vom Verband der Deutschen Parkettindustrie (vdp), Michael Schmid. “Angesichts des sich abschwächenden gesamtwirtschaftlichen Wachstums und der rückläufigen Baugenehmigungen geht die Nachfrage nach Parkettprodukten aktuell leicht zurück."

Umsätze bei Parkett gingen nur leicht zurück

Weniger rückläufig als die mengenmäßigen Absatzzahlen waren die Umsatzzahlen bei den vdp-Mitgliedern. Dieser ging nur um 1,2 Prozent auf 197 Millionen Euro zurück. Zu bemerken ist, dass gleichzeitig auch die Anzahl der Unternehmen gesunken ist. Die inländische Produktion der Mitgliedsunternehmen sinkt zwar, der Absatz bei den importierten Artikeln ist zum Vorjahreszeitraum jedoch gleich geblieben. Begründet wird dies mit der globalen Arbeitsteilung, denn deutsche Parketthersteller produzieren ihre Waren auch im europäischen Ausland.

Parkett und der Klimaschutz

Parkettböden unterstützen den Klimaschutz. Der vdp-Vorsitzende sieht die von der Bundesregierung beschlossene CO2-Steuer jedoch mit gemischten Gefühlen. Grundsätzlich sei dagegen nichts einzuwenden. Es wäre aber auch wünschenswert, wenn CO2 vermeidende Produkte mehr Unterstützung finden würden. In diesem Zusammenhang sei es wichtig, die nachhaltige Waldwirtschaft in Bezug auf die Holzverwendung zu fördern. Das könnte durch die Reduzierung der Mehrwertsteuer bei Holzprodukten erreicht werden. Denn nur durch eine Kombination aus Aufforstung und Holznutzung könne man dem Klimawandel entgegenwirken. Der anhaltende Trend zu Kunststoffböden wird daher kritisch betrachtet. Die nach wie vor hohe Nachfrage mache der Branche schwer zu schaffen. Dem Parkettboden müsse wieder der Stellenwert eingeräumt werden, der ihm eigentlich zusteht. Denn Holz ist ein wichtiger Speicher für den Kohlenstoff.