Peri druckt erstes Wohnhaus im 3D-Betondruck

Peri druckt erstes Wohnhaus im 3D-Betondruck
Foto: obs/PERI GmbH

Im nordrhein-westfälischen Beckum wird das erste Wohnhaus im 3D-Betondruck Verfahren von Peri gedruckt. Es handelt sich um ein zweigeschossiges Einfamilienhaus mit einer Fläche von 80 Quadratmetern. Das Bundesland fördert das Projekt im Rahmen des Förderprogramms „Innovatives Bauen“. Weitere Häuser mit diesem Projekt sind bereits in Vorbereitung. Experten sind sich einige, dass diese Art zu bauen in Zukunft den Bauprozess grundsätzlich verändern wird.

In Deutschland entsteht das erste Wohnhaus, das nicht gebaut, sondern mit einem Betondrucker gedruckt wird. Diese neue Bautechnik hat in den vergangenen Monaten alle bürokratischen Hürden genommen. Geplant wurde das Gebäude von MENSE-KORTE Ingenieure+Architekten, Bauherr ist die Hous3Druck GmbH. „Der Druck des Wohnhauses in Beckum ist ein Meilenstein für die 3D-Betondrucktechnologie“, freut sich der für Innovationen und Marketing verantwortliche Peri-Geschäftsführer Thomas Imbacher. „Wir sind davon überzeugt, dass das Drucken mit Beton in den nächsten Jahren in bestimmten Marktsegmenten an Bedeutung gewinnen wird und erhebliches Potenzial hat.” Dieser Druck bietet den Planern ein hohes Maß an Nachhaltigkeit und Designfreiheit bei der Gebäudegestaltung. Mit herkömmlicher Bauweise ist dies nur mit einem hohen finanziellen Aufwand möglich.

Material und Drucktechnik beim 3D-Betondruck von Peri

Eingesetzt wird ein 3D-Betondrucker vom Typ BOD 2. Entwickelt wurde dieser vom dänischen Hersteller COBOD. Der in Beckum verwendete Drucker ist ein Portaldrucker. Das bedeutet, dass sich der Druckkopf über drei Achsen auf einem installierten Metallrahmen bewegt. Der Vorteil ist, dass der Drucker nur einmal kalibriert werden muss und sich innerhalb seines Rahmens an jede Position bewegen kann. Der notwendige Baustoff wurde von HeidelbergCement speziell dafür entwickelt. Das sorgt für einen reibungslosen Baufortschritt.

Ein Quadratmeter doppelschalige Wand in 5 Minuten

Das Wohnhaus besteht aus dreischaligen Wänden, die mit Isoliermasse aufgefüllt werden. Der Drucker berücksichtigt die später vorgesehenen Leitungen für Strom und Wasser. Der BOD 2 ist so konstruiert, dass im Druckraum während des Drucks weiter gearbeitet werden kann. So ist es möglich, dass das Verlegen von Anschlüssen und Rohren in den Druckprozesse eingegliedert werden können. Zur Bedienung des Druckers sind nur zwei Personen notwendig. Mit einer Kamera werden die Druckergebnisse und der Druckkopf überwacht. Mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde ist der BOD2 aktuell der schnellste 3D-Betondrucker auf dem Markt. Für einen Quadratmeter doppelschalige Wand benötigt der BOD2 von Peri rund fünf Minuten.

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