Während der Ausbau gebäudenaher Photovoltaikanlagen auch im Jahr 2024 auf hohem Niveau verharrt, zeigt sich im Heizungssektor ein drastischer Einbruch. Laut einem aktuellen Bericht hat sich die Energiewende im Gebäudebereich deutlich zweigeteilt entwickelt. Zwar wurden rund 26,9 Millionen neue PV-Module installiert, doch die Zahl neu eingebauter Heizungen erreichte mit 712.500 Anlagen den niedrigsten Stand seit sieben Jahren. Der Bericht liefert halbjährlich aktualisierte Kennzahlen zu Marktbewegungen, Energieverbrauch, CO2-Ausstoß und Fördervolumen.
Insbesondere auch durch die zunehmende Verbreitung von Balkonkraftwerken verweist das erste Update zum dena-Gebäudereport 2025 der Deutschen Energie-Agentur (dena) auf einen „anhaltend starken Ausbau von PV an Gebäuden“. Diese Plug-in-Anlagen verzeichneten ein Plus von über 160 Prozent und trugen maßgeblich zur Leistungssteigerung auf insgesamt 689 Megawatt bei. Die regionale Analyse zeigt dabei ein deutliches Gefälle: Während Bayern mit 1,28 Kilowatt peak pro Einwohner bundesweit an der Spitze liegt, bildet Berlin mit lediglich 0,10 kWp das Schlusslicht. Auch Hamburg und Bremen schneiden schlecht ab. Vor allem Süd- und Westdeutschland treiben die Entwicklung maßgeblich voran.
Heizungstausch auf Talfahrt
Gleichzeitig fiel der Absatz von Wärmeerzeugern dramatisch: Der Markt schrumpfte um 46 Prozent. Besonders betroffen sind Gasheizungen und Wärmepumpen mit jeweils knapp der Hälfte weniger verkauften Geräten als im Vorjahr. Auch Solarthermie und Biomasseheizungen verzeichnen deutliche Rückgänge. Der aktuelle Zwischenbericht dokumentiert damit eine ernüchternde Bilanz – nicht zuletzt angesichts der energiepolitischen Zielvorgaben.
Hoffnung durch Sanierungspläne und Förderanträge
Doch trotz rückläufiger Verkaufszahlen im Heizungssegment verzeichnet die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) einen deutlichen Anstieg. Die Förderanträge nahmen im Jahr 2024 um 26 Prozent zu. Dabei machen Wärmepumpen mit 76,2 Prozent den größten Anteil aus. Besonders bemerkenswert ist auch der Zuwachs bei individuellen Sanierungsfahrplänen (iSFP), deren Zahl sich um 31 Prozent erhöhte. „Das Interesse und die Bereitschaft, auf klimafreundliche Heizungslösungen umzusteigen, sind vorhanden“, betont Corinna Enders, Vorsitzende der Geschäftsführung der dena. Dabei wird deutlich, dass die Nachfrage zwar vorhanden ist, jedoch klare politische Signale und Rahmenbedingungen fehlen würden. Die Bauwirtschaft und das Handwerk brauchen dringend Planungssicherheit, um die Energiewende im Gebäudesektor zielgerichtet voranzutreiben.

















