Potential nicht ignorieren: Tech-Startups in der Baubranche

News | Frank Kessler | 01.12.2020
Potential nicht ignorieren: Tech-Startups in der Baubranche
Foto: Roland Riethmüller

Innovationen sind in der Baubranche nicht selbstverständlich und aufgrund der tradierten Ausrichtung der Bauwirtschaft nicht ganz einfach zu etablieren. Trotzdem und vielleicht gerade deswegen stufen Experten das Potenzial der Startups für eine beschleunigte Digitalisierung der Baubranche als sehr hoch ein. Um daher zukunftsfähig zu bleiben, sollten Bauunternehmer dieses deutliche Potenzial durch ConstructionTech nicht ignorieren.

Im Frühjahr 2018 fand erstmals die Startupmesse Tech in Construction statt. Präsentiert wurden dabei ausschließlich Tech-Startups mit ConstructionTech-Hintergrund. Gemeint sind innovative Technologien und Lösungen speziell für Baukonzerne, Baumaschinen- und Baustoff-Produzenten sowie Handwerksbetriebe aus dem Bauhandwerk, Architekten und weitere am Bau Beteiligte. Während bei der zweiten Messe im Jahr 2019 ungefähr 850 Besucher und 100 junge Unternehmen aus ganz Europa ihre Lösungen live in Berlin präsentieren konnten, machte die Pandemie der Tech in Construction in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung. Aus diesem Grund wurde die Digitale Bauwoche ins Leben gerufen. Startups mit innovativen Lösungen für die Baubranche präsentieren sich vom 14. und 18. Dezember 2020 bei der Digitalen Bauwoche im Internet.

Digitale Bauwoche präsentiert Innovationen

Im Rahmen des fünftägigen Online-Pitch-Events werden über 60 Startups aus dem ConstructionTech-Bereich ihre Lösungen für die Baubranche in siebenminütigen digitalen Präsentationen vorstellen. Gegliedert sind die Präsentationen in die Themenkategorien BIM, Prozess, Support, Smart und Energie. Die Digitale Bauwoche gibt Teilnehmern mit einfachem Ticket die Möglichkeit, die Präsentationen live zu verfolgen. Darüber hinaus kann man die jeweiligen Speaker kontaktieren, Infos herunterladen und/oder Beratungsgespräche vereinbaren. Mit einem VIP-Ticket lassen sich die Präsentationen auch zeitversetzt abrufen.

Digitale Lösungen sind für die Baubranche wichtig

Die Baubranche war in den vergangenen Jahren eine Boombranche. Das war für viele Unternehmen natürlich positiv. Es führte aber auch dazu, dass Innovationen allzu oft als nicht notwendig erachtet wurden, urteilt die Open-Innovation-Plattform Beyondbricks, die die Digitale Bauwoche ins Leben gerufen hat. Dabei sind Veränderungen dringend nötig. Gründe dafür sind aus Sicht von Beyondbricks der Fachkräftemangel und die in den letzten Jahren kaum gestiegene Produktivität der Baubranche. Neu sind die Produktivitätsprobleme allerdings nicht. Bereits Anfang des Jahres 2017 wiesen die Berater von McKinsey darauf hin, dass das jährliche Produktivitätswachstum der Baubranche seit dem Jahr 1995 nur 0,26 Prozent pro Jahr betragen hat. Die Produktivität der deutschen Gesamtwirtschaft wuchs dagegen jährlich um 1,32 Prozent.

ConstructionTech-Startups rücken verstärkt ins Blickfeld

Unter anderem durch Corona sei das "digitale Verständnis" in der Baubranche gestiegen, schreiben die Initiatoren der Digitalen Bauwoche. Dadurch rücken Startups aus dem Bereich ConstructionTech noch stärker als bislang ins Blickfeld wichtiger Akteure. Das könnte auch einige etablierte Unternehmen in Zugzwang setzen, digitale Lösungen zu entwickeln. So geraten beispielsweise die Bauzulieferer zunehmend unter Druck und steuern mittlerweile mit digitale Dienstleistungen dagegen. Bauunternehmer sollten viele dieser neuen Angebote zumindest einmal kennenlernen, um für ihr Unternehmen Passendes auszuwählen. Ansonsten könnte die weitere Entwicklung in der Baubranche im für sie ungünstigsten Fall irgendwann ohne sie ablaufen. Die Digitale Bauwoche bietet dafür einen optimalen Überblick, ganz bequem von Zuhause, aus dem Büro oder von unterwegs.

Weitere Informationen:
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