Preisgestaltung am Bau: Wie KI Fehler verhindert

Foto: NewJadsada / envatoelements

Generalunternehmer greifen bei der Preisgestaltung aufgrund von Zeitmangel häufig auf veraltete Preisdaten zurück. Das macht den Prozess zeitaufwändig und fehleranfällig. Zusätzlich drohen Folgen wie erhöhte Projektkosten, verzögerte Projekte und Vertragskonflikte. Künstliche Intelligenz (KI) kann solche Auswirkungen verhindern, indem sie die Preisgestaltung optimiert. Mithilfe von Echtzeitdaten können Bauprojekte präziser kalkuliert, Material optimaler eingesetzt und Fehler frühzeitiger erkannt werden. Außerdem bietet die aktuelle Veröffentlichung eine allgemeine Prognose zu KI in der Bauwirtschaft.

Unvorhersehbare Kosten und häufige Kostenüberschreitungen gelten als größte Probleme der Bauwirtschaft. Wie das Startup Cosuno in seiner aktuellen Veröffentlichung „KI in der Baubranche – Effiziente Preisgestaltung und die Zukunft des Bauens“ berichtet, gehört vor allem die mangelhafte Preisgestaltung zu den Ursachen. Denn traditionelle Methoden mit Erfahrungswerten, manuellen Berechnungen und statischen Modellen seien demnach nicht in der Lage, die Vielzahl nötiger Variablen wie volatile Materialpreise, regionale Unterschiede oder komplexe Baupläne exakt zu berücksichtigen. Zusätzlich können bei Bauprojekten aufgrund einer fehlerhaften Preisgestaltung Qualitätsprobleme entstehen, wenn Auftragnehmer drohende Verluste durch Einsparungen in der Material- oder Ausführungsqualität verhindern möchten. Das kann zu kostenintensiven Wiederholungsarbeiten führen. Werden Mängel nicht erkannt, drohen erhöhte Wartungskosten nach Fertigstellung des Bauprojekts und langfristig eine beschleunigte Wertminderung.

KI berücksichtigt zeitnah aktuelle Marktentwicklungen

Bei der klassischen Preisgestaltung fehlt es oft an Echtzeitdaten, die die Kalkulation dynamisch an veränderte Bedingungen anpassen. Im Gegensatz dazu reagiert die künstliche Intelligenz kontinuierlich auf aktuelle Marktentwicklungen und ermöglicht so präzisere Preisermittlungen. Ein Beispiel ist das von Cosuno entwickelte System. Es wurde einerseits mithilfe von Daten aus Angeboten trainiert, die in der Vergangenheit über die Ausschreibungs- und Vergabeplattform Cosuno abgegeben wurden. Andererseits nutzt es aktuelle Marktinformationen und kann so die zu erwartenden Preise von Bauleistungen für Leistungsverzeichnisse fundiert einschätzen. Im Ausschreibungsprozess lassen sich die Positionen in Angeboten dann mit dem KI-Referenzpreis vergleichen, um zu überprüfen, ob sie stark von dem zu erwartenden Marktpreis abweichen. Durch die Analyse der KI werden mögliche Mehrkosten frühzeitig erkannt, sodass man relativ schnell gegensteuern kann.

Künstliche Intelligenz optimiert auch den Materialeinsatz

Neben den Angaben zur Preisgestaltung mithilfe künstlicher Intelligenz bietet die Veröffentlichung auch einen Ausblick darauf, wie sich die Bauwirtschaft darüber hinaus durch KI in vielen Bereichen verändern wird. Mithilfe künstlicher Intelligenz können beispielsweise wiederkehrende Aufgaben in Bereichen wie der Auswahl von Nachunternehmern oder Materialbeschaffung automatisiert werden. Zudem können KI-gesteuerte Drohnen Baufortschritte präzise überwachen, während selbstoptimierende KI-Systeme für einen effizienteren, nachhaltigeren Einsatz von Ressourcen und Materialien sorgen.

Neben den Vorteilen sieht man bei Cosuno aber auch Risiken und Herausforderungen durch künstliche Intelligenz. Im ungünstigen Fall führt ihr Einsatz zu einer Überabhängigkeit von Technologie mit Problemen bei Systemausfällen und fehlerhaften Daten. Zu den Herausforderungen zählen eine notwendige Standardisierung von Datenformaten und Prozessen für eine reibungslose Integration künstlicher Intelligenz in bestehende Arbeitsabläufe sowie Schulungen der Belegschaft für eine effiziente Arbeit mit KI.

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