Preisrallye Erzeugerpreise: weiter ungebremste Preissteigerung

News | Frank Kessler | 24.02.2022
Preisrallye Erzeugerpreise: weiter ungebremste Preissteigerung
Foto: Roland Riethmüller

Ob Stahl, Diesel oder Kupfer, die Preisspirale der Erzeugerpreise nimmt kein Ende. Das belegen die aktuellen Zahlen vom Statistischen Bundesamt. Gegenüber dem Vormonat sind die Preise weiter angestiegen, wenngleich nicht so stark, wie in den vergangenen Monaten. Das macht auch deutlich, dass ohne Förderung ein bezahlbarer Wohnraum nicht möglich ist. Die Bauministerkonferenz muss daher heute diese Fragen auf den Tisch bringen.

Heute findet die erste Bauministerkonferenz unter Leitung der Bauministerin Klara Geywitz statt. Ein wichtiger Punkt muss die Bezahlbarkeit von Wohnraum sein. Das Statistische Bundesamt hat die neuen Daten zu den Baumaterialpreisen für Januar 2022 veröffentlicht. Es zeigt sich einmal mehr, dass die Preisrallye noch nicht zu Ende ist. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bauindustrie (HDB), Tim-Oliver Müller, betont: "Die Preissteigerung setzt sich im Vergleich zum Vormonat überwiegend fort. Wenn auch etwas verhaltener." Dabei erinnert er daran, dass die Preise bereits auf einem sehr hohen Niveau angekommen seien. Auch leichte Preissteigerungen würden sich daher deutlich bemerkbar machen. Lediglich beim Bauholz sei eine leichte Entspannung der Preise zu verzeichnen. Wie aber auch bei den anderen Baustoffen seien die Steigerungsraten gegenüber dem Vorjahr noch immer enorm.

Die gestiegenen Erzeugerpreise im Einzelnen

Im Einzelnen lag das Niveau für Betonstahl im Januar 2022 um 1,6 Prozent über dem Niveau vom Dezember 2021 und 45,2 Prozent über dem Niveau vom Januar des vergangenen Jahres. Der Preis von Dieselkraftstoff stieg um 5,2 Prozent gegenüber Dezember 2021 und 30,3 Prozent gegenüber von Januar 2021. Bitumen legten um 0,3 Prozent beziehungsweise 37,5 Prozent zu. 2,9 Prozent und 25,6 Prozent war der Anstieg beim Kupfer. Beim Bauholz fielen die Preise um 0,7 Prozent, erreichten aber immer noch einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahreswert um 58,6 Prozent. Damit wird deutlich, dass die Preisrallye der Erzeugerpreise noch nicht überstanden ist.

Bauministerkonferenz gegen die anhaltende Preissteigerung

“400.000 neue Wohnungen pro Jahr, zu lange Planungs- und Genehmigungszeiten in den Ämtern, analog arbeitende Behörden. Um diese Sachen anzugehen, hat das Bauministerium eine besondere Rolle inne: Hier laufen die Fäden zusammen - sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene”, so Müller. Bleiben die Erzeugerpreise weiterhin auf diesem hohen Niveau, werde es kaum möglich sein, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Denn die anhaltende Preisrallye wirke sich äußerst negativ auf den Wohnungsbau aus. Ohne eine Förderung komme kein bezahlbarer Wohnraum zustande und auch der Klimaschutz lasse sich so nicht realisieren. Bei der Bauministerkonferenz müssten daher diese Fragen unbedingt auf den Tisch. Denn für die Vereinfachung von Zulassungsverfahren zur Stärkung vom seriellen Bauen sind die Länder zuständig, um diese günstige und effiziente Bauweise anzukurbeln. Auch sind die Länder und Kommunen bei der Ausweisung von Bauland in der Verantwortung, einem nicht unerheblichen Aspekt für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

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