Problemlöser am Bau - ConstructionTech wächst signifikant

News | Frank Kessler | 19.08.2020
Problemlöser am Bau - ConstructionTech wächst signifikant
Foto: Roland Riethmüller

Fachkräftemangel, Umwelt und Nachhaltigkeit, Planung und Risikomanagement sind einige der großen Herausforderungen der Baubranche, die sich mithilfe digitaler Lösungen erfolgreich meistern lassen. Das beweist eine aktuelle Untersuchung, die das erhebliche Potenzial der Digitalisierung in der Bauwirtschaft für Investoren analysiert hat. Sie gibt jedoch auch Bauunternehmen hilfreiche Hinweise darauf, welche Möglichkeiten die neuen Technologien aus dem Bereich ConstructionTech der Baubranche heute bieten.

Vergleichbar mit PropTech im Bereich der Immobilienwirtschaft bietet ConstructionTech im Bereich der Bauwirtschaft ein wachsendes Potential. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des international operierenden Venture Capital Investors und Company Builders Bitstone Capital, der sich auf die Entwicklung innovativer digitaler Geschäftsmodelle in der Bau- und Immobilienwirtschaft spezialisiert hat. Dabei unterteilt Bitstone Capital die vorgestellten innovativen Technologien für die Baubranche in drei Stufen. Auf der ersten Stufe befinden sich Grundlagentechnologien, die oft bereits einen hohen Reifegrad besitzen. Zu ihnen zählen laut der Analyse das Building Information Modeling (BIM) sowie Digital-Twin-Technologien, die Immobilien unter anderem zu lernenden Gebäuden machen. Weitere First-Stage-Technologien sind Werkzeuge zur digitalen Zusammenarbeit sowie digitale Payment-Lösungen, die beispielsweise kurzfristige Baukredite ermöglichen.

Wearables werden angewendet, sind aber noch kein Standard

ConstructionTech auf der zweiten Stufe wird bereits angewendet, ist aber noch kein flächendeckender Standard. Zu diesen Technologien gehören sogenannte Wearables, also am Körper tragbare smarte Geräte. Beispiele sind Westen, Helme oder Handschuhe, die beispielsweise zum Schutz der Fachkräfte die Vitaldaten überwachen und gleichzeitig in Echtzeit den Standort des Trägers auf der Baustelle erfassen. Doch auch Augmented-Reality-Brillen gehören dazu, die dem Benutzer Informationen und Daten ins Blickfeld einblenden.

Weitere Beispiele für Second-Stage-Technologien sind der Einsatz von Drohnen für Aufgaben zur Überwachung und Vermessung, sowie 3D-Laser-Scanning für eine optimierte Koordination auf der Baustelle und auch auf die Bauwirtschaft spezialisierte Handelsplattformen. Auf ihnen erhalten Bauunternehmen Ressourcen wie Baustoffe, Ausrüstungen oder Arbeitskräfte. Außerdem gehören auch Methoden zum modularen Bauen zu den Second-Stage-Technologien. Mit ihnen werden standardisierte Gebäudeelemente produziert, was Bauvorhaben beschleunigt und Kosten reduziert.

Third-Stage-Technologien sind oft als Prototypen im Einsatz

Third-Stage-Technologien sind laut Bitstone Capital in der Regel als Prototyp im Einsatz und haben ihren Durchbruch in den kommenden Jahren. Ein Beispiel für ConstructionTech auf der dritten Ebene sind smarte Materialien wie selbstreinigende und hydrophobe Fenster oder selbstheilender Beton. Weitere Beispiele für Third-Stage-Technologien sind der großformatige 3D-Betondruck, mit dem sich selbst komplette Bauwerke erstellen lassen, sowie auch die Robotik.

Für die Zukunft könnten zudem kinetische Gebäude bedeutend werden. Sie verändern ihr Erscheinungsbild aufgrund von Kriterien wie veränderten Umweltbedingungen. Ein in der Analyse genanntes Beispiel ist der neue Campus der Universität von Süddänemark in Kolding. Bei ihm messen Sensoren kontinuierlich Licht- und Wärmewerte. Auf Basis der gemessenen Werte verstellt das intelligente Gebäude Rollläden für optimales Tageslicht und ein angenehmes Raumklima.

Der ConstructionTech-Bereich wächst künftig signifikant

Insgesamt bescheinigt Bitstone Capital dem ConstructionTech-Bereich "eine gewisse Reife", sowie das Potenzial, in den nächsten fünf Jahren signifikant zu wachsen. Das Venture-Capital-Investment in ConstructionTech stieg laut Analyse bereits in der Vergangenheit deutlich an: von 0,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 auf 0,67 Milliarden im Jahr 2019. Die zunehmenden Investitionen beschleunigen auch die Entwicklung der Technologien. Bauunternehmen sollten das gut beobachten, um für sie sinnvolle Innovationen aufzugreifen.

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