Protest der Bauwirtschaft zur Einführung einer Holzbauquote

News | Frank Kessler | 23.09.2020
Protest der Bauwirtschaft zur Einführung einer Holzbauquote
Foto: Roland Riethmüller

Seit Juli 2020 führen Bund und Länder eine Diskussion über die Einführung einer Holzbauquote. Aus diesem Grund haben 30 Verbände und Organisationen der Bauwirtschaft ein Positionspapier vorgelegt. Sie wenden sich demonstrativ gegen die Einführung einer Holzbauquote und sprechen sich stattdessen für den Massivbau aus. Dieser sei aufgrund seiner Eigenschaften mit der Holzbauweise absolut konkurrenzfähig. Eine Holzbauquote könne sich hingegen eher kontraproduktiv auswirken.

Bereits seit Juli 2020 wird eine Diskussion über die Einführung einer Holzbauquote angeregt. 30 Organisationen und Verbände der Bauwirtschaft haben aus diesem Grund ein gemeinschaftliches Positionspapier entwickelt. Alle Unterzeichner wenden sich entschieden gegen die Einführung einer Holzbauquote. Stattdessen wird ein fairer Wettbewerb und Technologieoffenheit in der Bauwirtschaft gefordert. Laut Thomas Möller, Vorstandsvorsitzender von solid UNIT, könnte sich eine Holzbauquote in Sachen Klimaschutz sogar kontraproduktiv auswirken. "Massive Bauten können in der Summe aller ökonomischen und ökologischen Eigenschaften bestens mit Holzbauten konkurrieren”, so Möller. “In puncto sommerlicher Wärmeschutz, Lärm- und Brandschutz, für das klimaangepasste Bauen sowie bezüglich minimaler Transportwege sind Massivbauten gleichwertig gegenüber anderen Bauweisen oder sogar besser."

Alle Bauprodukte und Bauweisen fair bewerten

Das Aktionsbündnis fordert eine faire Bewertung aller Bauweisen und Baustoffe. Die Bewertung sollte die reale Lebensdauer und den vollständigen Lebenszyklus inklusive Rückbau, Recycling und Wiederverwendung von Baustoffen, Bauprodukten und ganzen Bauteilen mit einbeziehen. Der Grundsatz zur offenen Marktwirtschaft und freien Wettbewerb ist laut der Verbändeallianz bei allen zukünftigen politischen Entscheidungen zu berücksichtigen. Eine Einführung einer Quotenregelung zugunsten einzelner Bauweisen und Baustoffe müsse ausgeschlossen werden. Der Grundsatz von zukünftigen Regelungen an die Anforderungen von Bauwerken müssten technologieoffen sein. Das bedeutet demnach, dass alle Bauprodukte und Bauweisen angemessen gefördert werden.

Massivbau ist durchaus konkurrenzfähig

Laut dem Positionspapier können massive Bauten im Gleichklang der Nachhaltigkeit, also in der Summe aller ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Eigenschaften, bestens mit Holzbauten konkurrieren. Gegenüber anderen Bauwerken seien sie in puncto Wärmeschutz im Sommer, im Lärm- und Brandschutz und wegen der minimalen Transportwege gegenüber anderen Bauweisen besser oder zumindest gleichwertig. Das gelte besonders dann, wenn die Nachhaltigkeit von Gebäuden über einen Zyklus von mehr als 50 Jahren abbildet werde. Deutschlandweit werden zahlreiche Wohnungsbauten und Nichtwohnungsbauten aus Mauersteinen und Stahlbeton, also im Massivbau gefertigt. Die Massivbauer leisten demnach einen wertvollen Beitrag zur Errichtung der gebauten Umwelt und tragen gleichfalls zur Lösung einer sozialen Frage bei, nämlich dem Wohnen.

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