Protest im Baugewerbe - keine EU-Gelder für Baukonzerne aus China

News | Frank Kessler | 04.08.2021
Protest im Baugewerbe - keine EU-Gelder für Baukonzerne aus China
Foto: Roland Riethmüller

Die Deutsche Bauwirtschaft wehrt sich dagegen, dass chinesische Baukonzerne mit Dumpingpreise die europäische Konkurrenz ausstechen. So könne es nicht sein, dass Staatsbetriebe aus China EU-Gelder erhalten. Denn wenn große Infrastrukturpakete aus EU-Mitteln finanziert und von staatlichen Baukonzernen aus China gebaut werden, sei das kein fairer Wettbewerb mehr. Zudem werden auf den Baustellen nicht selten der Arbeitsschutz komplett missachtet.

EU-Gelder sollten nicht in staatseigene Baufirmen aus China fließen. Dafür spricht sich Felix Pakleppa aus. Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) betont dabei, dass der faire Wettbewerb eines der zentralen Vorteile des europäischen Binnenmarktes sei. “Werden aber große Infrastrukturprojekte aus EU-Mitteln finanziert und dann von chinesischen Staatskonzernen gebaut, kann von fairem Wettbewerb keine Rede mehr sein”, so Pakleppa. “Das widerspricht grundlegend allen marktwirtschaftlichen Prinzipien, den Regeln der Fairness und den Interessen der europäischen und deutschen Bauwirtschaft." Der Grund für diese Aussage sind Berichte über die Fertigstellung der kroatischen Peljesac-Brücke. Diese wurde durch staatseigene Bauunternehmen aus China gebaut.

Bieter aus Nicht-EU-Staaten von europäischen Ausschreibungen ausschließen

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat berichtet, dass die 2,4 Kilometer lange Brücke von der kroatischen Küste bis hin zur Peljesac-Halbinsel von der EU mit 360 Millionen Euro finanziert wurde, der Bau aber von chinesischen Staatskonzernen abgewickelt wurde. Pakleppa bemängelt, dass bei großen Bauobjekten die europäischen und deutschen Steuergelder direkt in die Staatskasse von China fließen. Seiner Meinung nach werden deshalb dringen neue Spielregeln gebraucht. Diese sollen klären, ob sich Bieter aus Nicht-EU-Staaten überhaupt an Ausschreibungen in Europa beteiligen dürfen. Chinesische Dumpingpreise dürfen den fairen Wettbewerb in Europa nicht untergraben und die heimischen Arbeitsplätze damit gefährden.

Chinesischen Baukonzerne untergraben Arbeitsschutz

Zudem befürchtet Pakleppa, dass der Arbeitsschutz bei der Abwicklung durch chinesische Baukonzerne nicht eingehalten werden. So gäbe es schließlich gute Gründe dafür, dass in Deutschland und Europa hohe Standards in Sachen Arbeits- und Umweltschutz gelten. Deren Einhaltung müsse jedoch sichergestellt werden. Auch werde bei den internationalen Lieferketten strikt auf die Einhaltung der Menschenrechte geachtet. Das müsse jedoch auch bei den zunehmend steigenden Bautätigkeiten im westlichen Balkan gelten. Im Hinblick auf die Zustände auf Baustellen in Afrika, die durch chinesische Baukonzerne abgewickelt werden, sei man hierzulande sehr skeptisch.

Aktuelle Kommentare zum Beitrag.
  (Geschrieben von Martin Biermann am 04.08.2021 )

Keine Planungsleistungen/Baugeräte/ Baumaterialien usw. aus  D. bis EU mehr!

 Würde Deutschland  die Produktivitäts-Steigerungen im Baugewerbe >genauso fördern wie < die deutsche Autoindustrie/Energie-Konzerne.... ist den d. Bürgern (gem. den Kommentaren

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kroatien-china-baut-peljesac-bruecke-und-die-eu-zahlt-17461739.html)

mehr geholfen!

MfG

PS: Als Bauing. in China - verdient man mehr als in D. und das gesellschaftliche ANSEHEN/Geltung/Stolz... Chinas Bauarbeiter ist wesentlich höher.

  (Geschrieben von AV am 05.08.2021 )

Vielleicht immer erst die eigenen Zustände kritisieren, bevor auf Andrew drauflosredet.

Leider sehe ich auf deutschen Baustellen durch unsere aktuelle marktwirtschaftlichen Prinzipien doch nur Ausbeutung von Arbeitern aus ärmeren europäischen Staaten. Diese wohnen in prekären Verhältnissen, weil unsere ständiges Preisdumping dahinführt, dass der Arbeiter nicht mehr anständig bezahlt wird.

warum? Weil die großen Player der Baubranche schon lange keine eigenen Bauarbeiter haben, sondern sich den billigsten Anbieter auswählen.

Dann lieber Staatsbetriebe fördern, rein vom Gefühl her, wird ein Staatsbetrieb seine Angestellten eher besser behandeln. So wie in Deutschland alle, die für die öffentliche Hand arbeiten. 

  (Geschrieben von Bernd Ulrich am 05.08.2021 )

Es wird Zeit das Europa und die USA aus China herausgehen, denn jedem einiger Maßen gebildeten Menschen ist klar, das China auf lange Sicht die Weltherrschaft anstrebt und nur wenn die Politiker der Westmächte aufhören an ihre kurzen Vorteile zu denken, und China ausnahmslos boykottieren, wie vormals die UdSSR, haben wir noch eine Chance ❗

Aber kurzsichtige Profitsucht der Politik und auch Unternehmer wird das wohl verhindern,  und übrig bleibt eine Weltherrschaft der Chinesen die dann nur noch der HERR Jesus Christus beenden kann 🤷‍♂️😢😭😭😭😭😡

  (Geschrieben von Kai Golchert am 08.08.2021 )

Seit Jahrzehnten werden in Südost-Asien - eben vielfach auch in China - Waren unter fragwürdigsten Bedingungen (ohne jegliche Rücksicht auf Menschen und Umwelt) und daher zu niedrigsten Kosten produziert und von dort in alle Welt exportiert.

Wie konnte es passieren, dass diese Waren in Europa verkauft werden durften, obwohl eigene namhafte europäische Hersteller (Grundig, Loewe, Telefunken, Philips etc.) die gleichen Waren, nur eben zu deutlich höheren Preisen, anboten, weil die vielen Gesetzte und Verordnungen eingehalten und faire Löhne gezahlt werden mussten?

Wie ist es möglich, dass europäische Betriebe Waren nur unter kostenintensiven Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt produzieren dürfen, gleichzeitig werden aber Waren ins Land gelassen bzw. in Europa verkauft, von denen man weiß, dass die dortige Umwelt durch die Produktion dieser Waren stark belastet wird und gleichzeitig die Menschen ausgebeutet werden und vielen Gefahren schutzlos ausgeliefert sind?

Wenn von dort Waren gekauft werden ist das gleichbedeutend mit der Zustimmung zur Ausbeutung von Mensch und Umwelt im Produktionsland ... und Gifte, die dort kostensparend in die Luft gepumpt und in Fließgewässer abgeleitet werden, treffen auch uns Europäer, wenn auch erst nach ein paar Jahren!

Wie ist es möglich, dass in China Produktionsstätten (Fabriken) europäischer Unternehmer errichtet werden, während zeitgleich unweit davon - natürlich ohne Kenntnis der europäischen Unternehmer - Kopien dieser Fabriken entstehen, ohne das dies negative Konsequenzen für China hat?

Bis vor Kurzem hat China noch Entwicklungsgelder erhalten und heute kauft China Land, Betriebe etc. in der ganzen Welt ein, fördert Infrastruktur-Projekte (Eisenbahnstrecken, Flughäfen, Häfen für die Schiffahrt etc.), um immer mehr Abhähgigkeiten zu schaffen und so Einfluss zu erhalten.

Dies alles macht mir seit vielen Jahren immer mehr Sorgen.

Offensichtlich besitzen "die" Chinesen eine Rechtsauffassung, die mit der der westlichen Welt unvereinbar zu sein scheint .... für mich existiert eine Unvereinbarkeit ... und auch diese macht mir Angst, weil eine Schnittmenge als Basis für eine notwendige Auseinandersetzung mit den Chinesen fehlt.

So geht es mir ... nur nebenbei bemerkt ... mit Afghanen ... genauer gesagt mit den afghanischen Vätern, die ihre - vorwiegend, weil nichts wert! - Töchter vor amerikanische Fahrzeuge gestoßen haben (kein Einzelfall!), weil die Amerikaner hohe Entschädigungen für zu Schaden gekommene Zivilisten gezahlt haben!

Ähnlich der "Ehrenmord" an z.B. türkischen Frauen, in Auftrag gegeben von von Vätern dieser Frauen und sehr häufig ausgeführt von einem Bruder dieser Frauen.

Hier fehlt mir jegliche Diskussionsgrundlage.

Europa sollte sich aus China zurückziehen und Waren von dort nur noch sehr eingeschränkt beziehen. Elektro-Autos produzieren sie ohnehin schon selbst, weshalb der Absatz europäischer Autohersteller in den kommenden Jahren in China einbrechen dürfte.

Wir stellen diese Frage, um automatisierten Spam zu verhindern.

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