Reichstag, Elbphilharmonie & Co – was heute zu zahlen wäre

Reichstag, Elbphilharmonie & Co - was heute zu zahlen wäre
Foto: Roland Riethmüller

Öffentliche Bauprojekte stehen häufig wegen der hohen Baukosten in der Kritik. Schuld daran sind die Preissteigerungen und die damit verbundenen höher als geplanten Baukosten. Doch aufgrund des Prestiges lohnt der Erhalt dieser Gebäude mehr denn je, gerade weil die Baukosten in den vergangenen Jahren gewaltig gestiegen sind. Denn laut einer aktuellen Betrachtung müsste heute rund ein Drittel mehr dafür bezahlt werden.
 
Immer wieder kommt es zur Kritik bezüglich der Baukosten für öffentliche Bauprojekte. Diese haben jedoch nicht nur einen materiellen, sondern auch einen ideellen Wert. Daher lohnt sich deren Erhalt aufgrund der stetig steigenden Baukosten. Die Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken (bgib) hat nur ausgerechnet, wie viel die Prestigebauten der letzten Jahre zu heutiger Zeit kosten würden. Der Preisanstieg der Baukosten hat demnach in den letzten Jahren erheblich zugelegt und lag zwischen den Jahren 2000 und 2010 bei gewerblichen Gebäuden bei 16 Prozent und im Straßenbau bei 14 Prozent. Zwischen den Jahren 2011 bis 2021 stiegen die Baupreise sogar um 36 Prozent und im Straßenbau um 33 Prozent.

Bauprojekte aus den frühen 2000ern wären heute über die Hälfte teurer

Das beste Beispiel ist der Umbau vom Reichstagsgebäude in Berlin. Statt 177 Millionen Euro würde es heute 273 Millionen Euro kosten. Dies entspricht einem Preisanstieg um 54,8 Prozent. Das Sony Center in Berlin kostete 600 Millionen bei seiner Fertigstellung. Heute müssten dafür 925 Millionen Euro gezahlt werden. Am stärksten sind die Preissteigerungen im gewerblichen Bereich. So lägen heute die Baukosten der Hamburger Elbphilharmonie um 22,6 Prozent höher. „Ein Neubau verursacht immer hohe Kosten”, erklärt bgib-Vorsitzender Marco Götze. “Entsprechend stehen Bauten der öffentlichen Hand – besonders wenn sie Außenwirkung erzielen sollen – oft in der Kritik.”

Deutliche Preissteigerungen auch bei Infrastrukturprojekten

Die Fertigstellung von Infrastrukturprojekten hat sich ebenfalls deutlich verteuert. Die sogenannte Kanzler-U-Bahn Linie 55 würde heute 433 Millionen Euro kosten. Das wäre ein Preisanstieg um 35,5 Prozent. Die City-Tunnel in Leipzig würden heute die Milliardengrenze erreichen. Vor neun Jahren betrugen die Kosten 935 Millionen Euro. Würde das Projekt heute fertiggestellt, käme man laut Berechnung auf 1,12 Milliarden Euro. In anderen Bereichen gibt es ebenfalls enorme Preissteigerungen. Davon betroffen wären unter anderem die BND-Zentrale in Berlin, der Berliner Hauptbahnhof und die Leuphana Universität Lüneburg.

Kommentare

0 0 votes
Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?

Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

Das könnte Sie auch interessieren

Messen & Kongresse 2024

Der große Meistertipp-Kalender: Messen und Kongresse 2024 für Bauindustrie, Baugewerbe, Bauhandwerk und die Bauwirtschaft.

Newsletter

Verpassen Sie nichts mehr mit unserem kostenlosen Newsletter. So werden Sie frühzeitig über anstehende Veranstaltungen informiert und bleiben immer auf dem neusten Stand.

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.