Revolution am Bau: Carbonbeton spart nachweislich CO2

Foto: Solidian

Beton gehört zu den wichtigsten Baustoffen in der Bauwirtschaft. Doch durch die Herstellung werden wichtige Rohstoffe verbraucht und sehr viel CO2 ausgestoßen. Insgesamt spielt dadurch die Baubranche beim CO2-Ausstoß eine große Rolle und müsste schlichtweg die Verwendung verringern. Doch eine Reduktion ist aufgrund der schützenden Wirkung bei Stahlbeton nicht so einfach. Ein Ansatz sind nichtmetallische Bewehrungen aus Carbon oder Glasfasern. Im Vergleich zu Stahl haben sie den Vorteil, dass sie nicht korrodieren. Carbonbeton wäre deshalb die Lösung.

Bei der Betonherstellung wird viel CO2 ausgestoßen und wichtige Rohstoffe verbraucht. Damit besteht in der Baubranche grundsätzlich durch einen optimierten Umgang mit Beton ein großes Potenzial zur Dekarbonisierung. Denn um die Umwelt zu schonen, müsste einfach nur der Betonanteil insgesamt reduziert werden. Doch Beton erfüllt bei Stahlbeton mit einer gewissen Mindestmenge eine Schutzfunktion, um die Korrosion zu verhindern. Wie kann also die schützende Ummantelung im Stahlbeton reduziert werden? Nichtmetallische Bewehrungen sind dafür eine Lösung

Bewehrungen aus Carbonfasern sparen Beton

Es handelt sich dabei um Verbundwerkstoffe aus Carbon- oder Glasfasern, die in Epoxidharz getaucht werden. Im Gegensatz zu Stahl korrodieren sie nicht. Das bedeutet, dass die Betondecke nicht mehr so dick sein muss. Solidian ist ein führender Hersteller nichtmetallischer Bewehrungen und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen. Das Unternehmen hat die Basis dafür geschaffen, mittels Carbonbeton den CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Es ist zum Beispiel möglich, mit einer Solidian-Carbonbewehrung die Dicke der Fassadenplatten zu halbieren und somit deutlich Beton zu sparen. Das führt gleichzeitig zu einer erheblichen Reduzierung des CO2-Ausstoßes und wirkt sich auch positiv auf die Konstruktion aus. So lässt sich für ein exemplarisches Projekt die Dicke der Fahrbahnplatte von ursprünglich 25 Zentimeter auf bis zu neun Zentimeter herabsetzen. Die Firma LCEE Life Cycle Engineering Experts führte im Auftrag von Solidian eine Ökobilanzstudie dafür durch. Diese ergab, dass durch die Verwendung von Carbonbewehrung ca. 21.000 Kilogramm Sand, 4.000 Liter Wasser und 1.500 Kilogramm Stahl eingespart werden konnten. Das brächte gleichzeitig eine CO2-Ersparnis von 7,5 Tonnen.

Die Bauwirtschaft wird durch Carbonbeton revolutioniert

Carbonbeton hat sich als echter Gamechanger erwiesen. Die damit gebauten Objekte sind nicht nur langlebiger, sondern können auch damit saniert werden, was sonst unmöglich wäre. Das beste Beispiel ist eine Stahlbetonbrücke. Sie hat eine durchschnittliche Lebensdauer von rund 100 Jahren. Allerdings sind dafür erhebliche Maßnahmen notwendig. So muss der Beton geschützt werden. Das produziert wieder mehr CO2. Beim Carbonbeton kann das verhindert werden, denn Wartungsarbeiten können mit Carbonbeton vermindert werden. Um nachhaltig zu bauen, muss zukunftsorientiert gedacht werden. Nichtmetallische Bewehrungen bieten sich deshalb an. Mit Carbonbeton werden Ressourcen und CO2 eingespart.

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Es mag sein, dass es Unternehmen gibt, die bereits darüber nachdenken den CO2 Fußabdruck durch neue Materialien zu reduzieren. Aber für alle anderen zählt: „Lohnt sich das?“

Umso erstaunter war ich als ich am Carbonbetontechnikum in Leipzig erfahren habe, dass sich das im Wohnungsbau in Ballungsgebieten tatsächlich rechnet (geringere Wanddicke und dafür mehr qm Wohnfläche). Der Business-Case ist also da.
Mehr zu dem Besuch unseres Arbeitskreise der Leiter der Fertigteilwerke bei Prof. Holschemacher uns seinem Team in Leipzig gibt es hier: https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7131143925716668418/?msgControlName=view_message_button&msgConversationId=2-Yzk4OTExYmMtZDQ5MC00YTY4LWE3NmItNTNjZGU1ZWZmMDA0XzAxMg%3D%3D&msgOverlay=true

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