Robotik am Bau: Bauroboter erobern die Baustelle

Foto: Fischer

In der Bauwirtschaft gewinnt Robotik zunehmend an Bedeutung und könnte damit den Baustellenalltag in Zukunft grundlegend verändern. Bauroboter übernehmen bereits heute schon Bohren, Mauern oder Malerarbeiten, während autonome Baumaschinen weitere Aufgaben automatisieren. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe verspricht die Technik vor allem mehr Produktivität und Entlastung beim Fachkräftemangel. Doch wie praxistauglich sind die Lösungen wirklich? Der erste Robotics Day der Bauindustrie zeigt, was heute schon möglich ist. 

Noch dominieren Menschen und klassische Baumaschinen die Baustelle. Doch der technologische Wandel beschleunigt sich. Robotik und Automatisierung sind auf dem Vormarsch und könnten die Arbeit auf den Baustellen in den kommenden Jahren deutlich verändern. Bauroboter übernehmen bereits heute erste Aufgaben, wie Bohren, Mauern, Malerarbeiten oder den 3D-Betondruck. Gleichzeitig werden Baumaschinen zunehmend autonom. Für Bauunternehmen und Handwerksbetriebe verspricht die Automatisierung höhere Produktivität und eine Entlastung der Fachkräfte. Doch noch müssen sich viele Lösungen im harten Baustellenalltag bewähren. Der erste Robotics Day der Bauindustrie soll deshalb zeigen, was Robotik heute bereits leisten kann. So bringt der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) deshalb am 29. September 2026 beim Robotics Day in Berlin Bauunternehmen, Hersteller, Forschung und Auftraggeber zusammen. Das Programm reicht von humanoiden Robotern über autonom arbeitende Baumaschinen bis zu konkreten Anwendungen für Bohren, Mauern, Malern, Betonbearbeitung und 3D-Druck.

Bauroboter übernehmen Arbeiten auf der Baustelle

Wie weit die Technik inzwischen ist, zeigen konkrete Anwendungen. Der fischer BauBot bohrt auf Basis digitaler Baupläne selbstständig Löcher und kann damit besonders repetitive und körperlich belastende Arbeiten automatisieren. Nach Angaben des Herstellers wurden mit einem BauBot innerhalb von 24 Stunden bereits 3.717 Löcher in Beton gebohrt.

Auch im Handwerk kommt Robotik an. Der MalerRoboter von ConBotics übernimmt die Beschichtung größerer Wandflächen. Das Startup spricht von bis zu doppelt so schneller Wandbeschichtung und 20 Prozent weniger Materialverbrauch. Eine Person könne bis zu drei Roboter bedienen. Beim Mauerwerk wiederum entwickelt Wienerberger seit dem Jahr 2021 den Maurerroboter WLTR, der inzwischen auf Baustellen in Europa eingesetzt wird.

„Robotik wird die Fachkraft nicht ersetzen, sondern ihre Arbeit verändern“, erklärt HDB-Hauptgeschäftsführer. „Wenn Roboter monotone, körperlich belastende oder besonders präzise Tätigkeiten übernehmen, können Fachkräfte dort eingesetzt werden, wo Erfahrung und technisches Know-How entscheidend sind.“

Autonome Baumaschinen erhöhen die Produktivität

Die Automatisierung endet jedoch nicht bei einzelnen Gewerken. Der Baumaschinenhersteller Liebherr entwickelt beispielsweise autonome Radlader, die wiederkehrende Ladezyklen selbstständig ausführen. Sensoren erfassen dabei Umgebung und Hindernisse, während das System die Arbeitsabläufe eigenständig plant. Gerade sich wiederholende oder gefährliche Einsätze gelten als mögliches Einsatzfeld. Damit trifft Robotik einen entscheidenden Punkt der Bauwirtschaft. Noch immer nennen viele Bauunternehmen den Fachkräftemangel als wirtschaftliches Risiko. Gleichzeitig leidet die Produktivität, wenn Beschäftigung gehalten wird, während die reale Bauproduktion sinkt. Automatisierung könnte deshalb helfen, mit vorhandenen Fachkräften mehr Bauleistung zu erbringen. „Entscheidend wird sein, Robotik aus den Pilotprojekten in die Breite zu bringen“, betont Müller. „Bauroboter müssen robust, wirtschaftlich und einfach einsetzbar sein. Dann kann Automatisierung zu einem wichtigen Produktivitätsschub für die Bauwirtschaft werden.“

Werden Bauroboter auf Baustellen bald zum Standard?

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