Rückgang der Baugenehmigungen alarmierend

News , 26.07.2017 , Jennifer Brandt Bild zu: Rückgang der Baugenehmigungen alarmierend
Foto: Roland Riethmüller

Bisher war lange Zeit der Bauboom in Deutschland ungebrochen. Dennoch wird langsam deutlich, dass sich eine Kehrtwende abzuzeichnen droht. Betrachtet man nämlich die aktuelle Entwicklung hinsichtlich der Anzahl der erteilten Baugenehmigungen, so ist ein rückläufiger Trend spürbar. Dies wird als Alarmsignal gedeutet und führt dazu, dass die Forderung nach mehr bezahlbarem Wohnraum wieder einmal lauter wird.

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes legen offen, dass die Bestrebungen für den Bau von mehr bezahlbarem Wohnraum in jedem Fall unverzichtbar ist. Denn die Zahl der erteilten Baugenehmigungen für Wohnungen sind derzeit wieder rückläufig, was die Branche in Alarmbereitschaft versetzt. So setzt sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) nun mit Nachdruck dafür ein, dass Maßnahmen hin zum verstärkten Bau von bezahlbarem Wohnraum geschaffen werden müssen. Dabei sieht man insbesondere den Bund, die Länder und die Kommunen samt ihrer Politik in der Pflicht.

Immer weniger Baugenehmigungen erteilt

Betrachtet man die aktuell veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hinsichtlich der Anzahl an Baugenehmigungen, so zeigt sich ein Einbruch von insgesamt 7,6 Prozent in den ersten fünf Monaten des aktuellen Jahres. Dass zu wenig bezahlbarer Wohnraum vorhanden ist, ist zwar kein Novum. Dennoch ist diese Entwicklung besorgniserregend, zumal auch Genehmigungen für Einfamilienhäuser um 4,7 Prozent eingebrochen sind. Beim Bau von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern gab es immerhin ein Plus von vier Prozent.

Geschossbau amortisiert Rückgänge in keinster Weise

Zwar ist der Anstieg im Geschosswohnungsbau sehr erfreulich, dennoch gleicht er längst nicht die Rückgänge der anderen Bereiche aus, geschweige denn, dass er groß etwas verändert. Denn so sind es vor allem neue Luxuswohnungen, die beim Geschossbau eine wesentliche Rolle spielen. Für Robert Feiger, IG BAU-Bundesvorsitzender, steht fest, dass nur steuerliche Anreize etwas ändern werden: “Für den Bau von bezahlbarem Wohnraum brauchen wir jetzt stärkere Anreize durch die Erhöhung der steuerlichen Abschreibung von zwei auf drei Prozent. Für Engpassregionen muss es darüber hinaus eine befristete Sonderabschreibung oder wahlweise Investitionszulagen gekoppelt an Mietobergrenzen geben.”

Rückgang bei Eigenheimen ebenfalls alarmierend

Auch der Rückgang bei den Genehmigungen von Eigenheimen wird mit Sorge betrachtet. Denn damit wird auch eine prekäre Lage deutlich, dass sich offenbar immer weniger Bürger den Traum von den eigenen vier Wänden leisten können oder wollen. Diesbezüglich sieht die IG BAU vor allem die Kommunen in der Pflicht, Familien bei diesem Vorhaben zu unterstützen.