Rückgang der Bautätigkeit kein Grund zur Sorge

Rückgang der Bautätigkeit kein Grund zur Sorge
Foto: Roland Riethmüller

Das effektive Arbeitsvolumen hat im Mai 2019 saisonbedingt nachgelassen. Das ergab eine Auswertung der von SOKA-Bau übermittelten Beitragsmeldungen. Die Bruttolohnsumme hat ebenfalls nachgegeben, obwohl die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer nur leicht gesunken ist. Diese leichte Eintrübung sollte aber nicht überbewertet werden, denn die Baugenehmigungen für den Hochbau sind im April wieder angestiegen.

Obwohl die Baukonjunktur in Deutschland brummt, ist die Bautätigkeit in Deutschland im Frühjahr diesen Jahres leicht rückläufig. Das geht aus den Beitragsmeldungen hervor, die die Bauunternehmen an die Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-Bau) übermitteln. Demnach ist das effektive Arbeitsvolumen gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent gesunken. Die Bruttolohnsumme gab ebenfalls nach, obwohl die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer nur leicht gesunken ist. Das lag auch an der positiven Entwicklung zu Anfang des Jahres. Durch die milde Witterung war es möglich, auch in den Wintermonaten durchzuarbeiten. Aus diesem Grund blieb die übliche Frühjahrsbelebung aus.

Leichter Rückgang der Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe

Der leichte Rückgang der Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe seit Ende des Jahres sollte nicht überbewertet werden. Die Baugenehmigungen im Hochbau haben im April 2019 um 3,5 Prozent gegenüber dem Vormonat zugelegt. Auf ein neues Rekordhoch ist der Auftragsbestand im ersten Quartal gestiegen. Der Grund dafür sind die unerledigten Aufträge. Von einer fehlenden Nachfrage kann deshalb keine Rede sein. Außerdem sind die Rahmenbedingungen nach wie vor günstig, auch wenn das gesamtwirtschaftliche Umfeld ein klein wenig eingetrübt ist. Die Hypothekenzinsen sind aufgrund von expansiven Maßnahmen der EZB weiter gefallen. Sie haben jetzt das niedrigste Niveau seit Ende des Jahres 2016 erreicht. Investitionsanreize kommen durch die Möglichkeit der Sonderabschreibung im Mietwohnungsbau zustande. Zwar hat sich die Stimmung bei den Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes leicht verbessert, trotzdem ist eine Schrumpfung bei der Produktion in Sicht. Vorerst gibt es hier keine Kapazitätserweiterungen oder stärkere Investitionen. Im öffentlichen Bau gibt es noch einen Investitionshochlauf durch den Bund. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) erwartet für dieses Jahr einen Anstieg des nominalen Umsatzes im Bauhauptgewerbe um 8,5 Prozent. Trotz dieser leichten Rückgänge der Auftragseingänge und der damit verbundenen Rückgänge der Bautätigkeit kann man nicht von einer Flaute auf dem Baumarkt sprechen. Es wäre ein Fehler, diese leichten Rückgänge im Bauhauptgewerbe überzubewerten. Eine Verschlechterung der Baukonjunktur ist nicht in Sicht.

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