Rückgang um 30 Prozent: Kalksandsteinindustrie in großer Sorge

Foto: Roland Riethmüller

Kalksandstein ist immer noch der am meisten eingesetzte Baustoff im Mehrgeschossbau. Trotzdem hat die deutsche Kalksandsteinindustrie das Jahr 2022 mit einem rückläufigen Ergebnis abgeschlossen und die hoch gesetzten Wachstumsziele nicht erreicht. Schuld daran ist der Krieg in der Ukraine, die hohen Energiepreise und die Rohstoffknappheit. Das hat auch Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation. Dennoch will man in der Branche den Klimaschutz weiter vorantreiben.

Die wirtschaftliche Situation bereitet der deutschen Kalksandsteinindustrie aktuell große Sorge. So hat die Branche das Jahr 2022 mit leichten Einbußen abgeschlossen. Auch wenn der Steinabsatz von 2,2 Milliarden Volumen-Normalformat (Vol.-NF) im Jahr 2021 auf rund 2,1 Milliarden Vol.-NF oder 4,2 Mio. m³ sank, war Kalksandstein im Jahr 2022 jedoch weiterhin der am häufigsten eingesetzte Baustoff im mehrgeschossigen Wohnungsbau. „Kalksandstein bleibt das zehnte Jahr in Folge der favorisierte Baustoff”, erklärt Roland Meißner, Geschäftsführer beim Bundesverband Kalksandsteinindustrie (BV KSI). “Betrachten wir unsere Wachstumsraten der letzten sechs Jahre insgesamt, hatten wir durchaus ein ordentliches Jahr.“ Man hätte sich durchaus mehr Umsatz erhofft, aber das war leider nicht möglich gewesen. Dabei ist zwar die Zahl der neu gebauten Wohnungen um 0,6 Prozent auf rund 295.300 gestiegen, aber um den dringend benötigten Wohnraum zu decken, war das am Ende doch zu wenig.

Wachstumsziele der Kalksandsteinindustrie nicht erreicht

Dass die Wachstumsziele nicht erreicht wurden, liegt am Krieg in der Ukraine, den steigenden Energiekosten und an der Rohstoffknappheit. Das wirkt sich alles auf die wirtschaftliche Situation aus und verteuert die Produktion von Baustoffen deutlich. Die aktuelle Baukrise hat die komplette Wertschöpfungskette im Griff. Dennoch will man den Klimaschutz weiter vorwärtstreiben. Das Statistische Bundesamt meldete für das erste Quartal 2023 gegenüber dem Vorjahreszeitraum Produktionsrückgänge in der Baustoff-Steine-Erden-Industrie von minus 11,4 Prozent. Im April hat sich der Rückgang nochmals von minus 15,1 gegenüber dem Vorjahreswert verstärkt. Bei teils erheblichen regionalen Unterschiede verzeichnet die Kalksandsteinindustrie einen Rückgang von über 30 Prozent.

Kalksandstein unterstützt die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum

Kalksandstein trägt mit 40 Prozent vor Stahlbeton maßgeblich zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum bei. Ohne diesen Baustoff wäre laut dem BV KSI die wirtschaftliche Situation auf dem Wohnungsmarkt wesentlich schlechter und der mit circa 880.000 Wohnungen eh schon recht hohe Bauüberhang noch deutlich höher. Die Politik muss dringend dafür sorgen, dass die Bauwirtschaft keinen Kollaps erleidet. Die Nachfrage nach Wohnraum steigt auch durch die Zuwanderung aus der Ukraine und anderen Krisenregionen. Das bedeutet, dass die gestrichenen Förderleistungen nicht dazu beitragen, diesen Umstand zu verbessern.

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