Sanierung Gebäudebestand - Renovierungswelle zur Baukonjunktur

News | Frank Kessler | 21.10.2020
Sanierung Gebäudebestand - Renovierungswelle zur Baukonjunktur
Foto: Roland Riethmüller

Die EU-Kommission hat die sogenannte Renovierungswelle vorgestellt. Diese Mitteilung soll dazu dienen, die Quote für die Sanierung im Gebäudebereich zu verdoppeln. Europaweit muss es gelingen, durch mehr Sanierung im Gebäudebestand für einen wirtschaftlichen Aufschwung zu sorgen. Besonders die Baubranche ist in der Krise stabil und kann zum Konjunkturmotor werden. Serielles Bauen hilft dabei.

"Zurecht rückt die EU-Kommission den Gebäudesektor ins Zentrum der Debatte um ein klimaneutrales Europa bis 2050”, erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). “Die CO2-Emissionen müssen in diesem Bereich deutlich verringert werden, nur so kann Europa langfristig seine Klimaziele erreichen". Um dies zu erreichen, müssen die Anforderungen an die energetische Modernisierung von Gebäuden realistisch sein. Ohne dass die überzogenen Auflagen sich hemmend auswirken, müssen viele Gebäude saniert werden. Die Aufrüstung muss stärker mit den Zukunftsthemen wie E-Mobilität und dezentraler Energieerzeugung verbunden werden.

Mehr Sanierung, um die langfristigen Klimaziele zu erreichen

Um die langfristigen Klimaziele zu erreichen, leistet eine höhere Sanierungsquote einen wichtigen Beitrag. "Wir begrüßen daher, dass die Kommission mit weiteren Investitionsmitteln die Gebäudesanierung ankurbeln will", erklärt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB). Er betont weiter, dass diese allerdings ins Leere laufen würden, wenn sie nicht praxisnah umgesetzt werden könnten. Durch überzogene Auflagen würde die Nachfrage gehemmt werden. Das sei kontraproduktiv, deshalb müsse nachgebessert werden. Außerdem müsste die Bereitstellung der Fördermittel auf die bereits bestehende Kulisse in den Mitgliedsstaaten abgestimmt werden.

Renovierungswelle saniert 35 Millionen Gebäude und schafft neue Arbeitsplätze

Auch Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer der Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) betont, dass mit den Plänen der EU-Kommission in Europa bis zum Jahr 2030 insgesamt 35 Millionen Gebäude renoviert werden. Das schaffe zusätzlich 160.000 Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft. Zugleich werde ein wichtiger Schritt zur Erreichung der klimapolitischen Ziele eingeschlagen.

Serielles Bauen stärker fördern

Fraglich sei jedoch, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen ausreichend seien. Es wurden in den vergangenen Jahren Milliarden von Fördermittel ausgeschüttet, ohne dass die Rate für die Sanierung von Gebäuden in den geforderten Bereich gebracht wurde. Offensichtlich wurden die Hemmnisse nicht flächendeckend überwunden, bemängelt Babiel. Die Gebäudesanierung müsse einfacher umgesetzt werden. Das Stichwort heißt "Serielles Bauen". Dafür müssten Konzepte entwickelt und Förderprogramme in Richtung Industrieförderung umgestrickt werden. Bisher seien die Förderprogramme auf Objektförderung an Einzelgebäuden ausgerichtet und können das Hemmnis aufwendiger Individualmaßnahmen nicht überwinden. Die Renovierungswelle der EU wird deshalb ausdrücklich begrüßt.

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