Sanierung in Deutschland: deutlicher Anstieg seit 2018

News | Frank Kessler | 23.11.2020
Sanierung in Deutschland deutlicher Anstieg seit 2018
Foto: Roland Riethmüller

Der Umfang der Gebäudesanierung ist seit dem Jahr 2018 deutlich angestiegen. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die vor allem die Sanierung und Renovierung im Badezimmer als Spitzenreiter herausstellt. Doch neben der Modernisierung der SHK-Installation liegen vor allem Dacharbeiten im Trend. Darüber hinaus zeigt die Sanierungsstudie einen wachsenden Einfluss von Eigenleistungen sowie ein steigendes Durchschnittsalter der Sanierer.

Die Anzahl der Sanierungen hat sich laut den Marktforschern von B+L Marktdaten bei verschiedenen Maßnahmen und Gebäudeteilen sehr unterschiedlich stark verändert. Die größten Anstiege gab es demnach bei der Badsanierung mit einem Anstieg von sieben Prozent wie auch beim Einbau oder Austausch von Dachfenstern mit einem Plus von 5,8 Prozent und bei der Sanierung der Heizungsanlage (Heizungstausch) mit einer fünf prozentigen Erhöhung. Der Austausch der Heizkörper ist dagegen mit einem Plus von 0,6 Prozent in einem viel geringeren Maße angestiegen. Weitere Sanierungen, deren Häufigkeit seit dem Jahr 2018 um weniger als ein Prozent angestiegen sind, sind die Erneuerung der Dachrinnen mit einem Anstieg von 0,8 Prozent sowie die Verbesserung der Fassadendämmung mit einem Plus von nur 0,4 Prozent.

Vor allem Dacharbeiten und SHK-Installation im Fokus der Sanierung

Schaut man sich die Bereiche mit den höchsten Anstiegen genauer an, so wird deutlich, dass vor allem Dacharbeiten und SHK-Installationen im Fokus der Sanierung standen. Im Bereich der Dacharbeiten sind demnach neben dem Austausch der Dachfenster die Dach-Neueindeckungen mit 2,8 Prozent, leichte Dach-Reparaturen mit 2,7 Prozent, der Dachbodenausbau mit 2,4 Prozent, die Verbesserung der Dachdämmung mit 1,6 Prozent, der Einbau einer Dachgaube mit 1,1 Prozent und die schon erwähnte Erneuerung der Dachrinnen zu verzeichnen gewesen. Bei den SHK-Installationen stiegen neben den bereits angesprochenen Badsanierungen und dem Heizungstausch die Sanierung durch Installation einer Photovoltaik-Anlage um 2,3 Prozent, der Installation einer Warmwasseraufbereitung mit 1,5 Prozent und dem oben erwähnten Austausch der Heizkörper. Die Sanierung im Innenbereich haben sich nur leicht erhöht. Dazu zählen der Austausch der Innentüren mit einem Plus von 3,5 Prozent, der Einbau von Innenwänden bzw. Grundrissänderungen mit einem Anstieg von drei Prozent und dem Fußbodenaustausch mit einem Plus von zwei Prozent. Eher geringe Änderungen gab es im Bereich der Außenarbeiten mit 3,4 Prozent mehr Fassadenanstrichen und Putzerneuerungen, sowie einem Anstieg um 1,8 Prozent beim Austausch von Fenstern oder Außentüren und dem marginalen Anstieg bei der schon erwähnten Verbesserung der Fassadendämmung.

Die Zahl der älteren Sanierer ist deutlich gestiegen

Beim Vergleich der B+L Sanierungsstudien in den letzten Jahren zeigt sich, dass die Gruppe der Über-45-Jährigen deutlich angestiegen ist. Während diese Gruppe im Jahr 2014 erst 39,7 Prozent aller Sanierer ausmachte, waren es im Jahr 2020 bereits 60,8 Prozent. Damit werden Gebäude laut Aussage der Studienautoren häufig auch aus anderen Motiven und in einer anderen Situation saniert. In früheren Jahren stand die Sanierung einer neu gekauften Immobilie im Vordergrund. Die Ü45-Gruppe saniert dagegen meistens ältere Bestandsimmobilien aufgrund von Verschleiß, zur Steigerung des Wohnkomforts oder für mehr Barrierefreiheit.

Eigenleistungen liegen im Trend

Die gewachsene Gruppe älterer Sanierer entscheidet sich bei der Sanierung zwar tendenziell häufiger für Komplettangebote mit Beratung, Produkten und Einbau. Dennoch liegen laut der Studie Eigenleistungen bei vielen Maßnahmen im Trend. Eine Ursache dafür sieht B+L Marktdaten in einer verlängerten Aufenthaltsdauer zu Hause sowie dem häufigeren Verzicht auf Urlaubsreisen aufgrund der Corona-Pandemie. Durch beides bleibt mehr Zeit für eine Sanierung. Weitere pandemiebedingte Ursachen für häufigere Eigenleistungen sind laut der Studie die Reduzierung von Kontakten und der Verzicht auf "Fremde" im eigenen Haus.

Für die B+L Sanierungsstudie 2020 wurden insgesamt 1.062 private Sanierer befragt; ergänzend gab es eine telefonische Befragung von Unternehmen der Wohnungswirtschaft. Durchgeführt wird die Sanierungsstudie seit dem Jahr 2010 im Abstand von jeweils zwei Jahren.

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